Das Forum für das institutionelle deutsche Pensionswesen


Menschen to mention (CXXVI):

Vom Ende einer Ära …

im BMAS, von der Verstärkung im Pensions Brokerage eines Consultants und in der Führung der Pensions Division einer Bank, vom Wechsel in der Spitze zweier EbAV, von der Kontinuität in einem Verband, wer wo wieder back on Stage und wer wo überraschend von Board gegangen ist – und was ein Esel mit alledem zu tun hat.

Nach der jüngsten Personalmeldung hier und heute auf PENSIONSINDUSTRIES erneut Parkettbewegung:

BMAS: das Ende einer Ära

So, es ist soweit: Ende Juni ist mal wieder einer der ganz altgedienten Recken unseres Parketts in den Ruhestand gegangen, diesmal auf Staatsseite: Ministerialrat Peter Görgen – für die meisten in der Leserschaft wohl einer von denen, die so irgendwie schon „von Anfang an“ da waren – ist seit dem 1. Juli Ministerialrat a.D.. Man übertreibt wohl nicht, wenn man hier vom Ende einer Ära in unserer kleinen bAV-Welt spricht.

Der 64jährige Jurist Görgen, von ausgeprägter rheinischer Bodenständigkeit, stammt aus Andernach am Rhein: Dort Abitur, danach vier Monate Aushilfe als Verputzer, Bundeswehr W15 (damals üblich, so der HG auch), anschließend Studium der Rechte in Bonn. Referendariat am OLG Koblenz, dann im Frühjahr ’92 Rechtssekretär bei der damaligen ÖTV.

Doch schon im Sommer ’92 tritt er in das BMAS ein. Drei Jahre beschäftigt er sich mit dem Arbeitsschutz, drei mit dem Behindertenrecht, drei ist er Persönlicher Referent eines StS.

Im Jahre 2001 übernimmt Görgen dann das Referat Betriebsrente und hat seitdem auf Seiten der Exekutive praktisch alles begleitet und gestaltet, was die deutsche bAV seitdem geprägt hat.

Der frische Pensionär auf seinem Wingert …

Doch als den finalen Höhepunkt seiner Laufbahn, so sagt er, sieht er das 2018 von ihm maßgeblich aus der Taufe gehobene Sozialpartnermodell – das nun wie eine Art Abschiedsgeschenk für ihn seit einigen Monaten Fahrt aufnimmt und verspricht, in den nun möglicherweise anstehenden Reformen eine größere Rolle einzunehmen.

… und dessen symbolischer Namensgeber.

Der Rheinländer an sich ist bekanntlich mit der Scholle gut verwachsen. Das gilt offenbar auch hier. In Andernach wohnt Görgen (neben Bonn) immer noch. Langweilig wird ihm nicht werden, seine Hobbys: der Fußball, Science Fiction und der Wein des familieneigenen, von ihm und seiner Frau einst rekultivierten Weinberges.1

Die Nachfolge ist längst gemacht: Torsten Schmidt-Schauerte, ebenfalls Jurist, leitete bis dato das Referat „Gesetzliche Unfallversicherung“ im BMAS und nun auf unser Parkett gewechselt.

PKDW: Überraschender Wechsel in Duisburg – und Germann back on Stage

Bernhard Gilgenberg, ehem. PKDW.

Bei der Pensionskasse der deutschen Wirtschaft (und parallel dazu bei der Tochter Vifa Pensionsfonds) hat es einen Wechsel im Vorstand gegeben. Bernhard Gilgenberg, seit 2020 in dem Gremium für die Kapitalanlage zuständig, hat die Einrichtung für eine berufliche Auszeit verlassen, wie er gegenüber der Redaktion erklärte. Wie die Kasse ergänzte, ist sein Vertrag planmäßig ausgelaufen und wurde auf seinen eigenen Wunsch nicht verlängert.

Die (Interims-)Nachfolge an der Seite Tanja Hahlens (seit 2023 als Nachfolgerin des heutigen Pensions-Akademie-Vorstandes und PIAutors Andreas Fritz an Bord) ist schon geregelt: Neue Vorstandssprecherin in Duisburg ist Karin Germann.

Karin Germann, PK vom Deutschen Roten Kreuz VVaG.

Germann ist altgedient, war sie doch lange Jahre Vorstand der DRK Pensionskasse in Bonn, deren Merger mit der Verka 2024 sie federführend mitgestaltet und sich dann zurückgezogen hat. Der Vifa PF wiederum war bekanntlich Tochter eben besagter Verka, ging aber 2015 an die PKDW.

Die PKDW erbringt mit fast 2,3 Mrd. Euro Kampfgewicht die bAV für ca. 100.000 Versicherte in über 700 TU. Der Vifa Pensionsfonds bringt rd. 440 Mio. Euro auf die Waage.

Metzler: Pauly und Oster rücken auf

Zweimal Metzler: Das Bankhaus baut die Führungsstruktur seiner Pensions-Einheit aus: Zum 1. Juli ist Julia Oster in die Geschäftsführung der Metzler Pension Management GmbHaufgerückt und übernimmt dort die bisherige Funktion von Steffen Beltz (der innerhalb der Bank eine neue Aufgabe übernimmt). Fortan wird sie die Einheit gemeinsam mit Christian Remke und Martin Thiesen führen.

Oster – Aktuarin (DAV) und Sachverständige (IVS) – bringt 20 Jahre bAV-Erfahrung mit und übernimmt als Expertin für Governance, Admin und regulatorische Steuerung die operative Führung des Back-Office.

Christian Pauly und Julia Oster, beide Metzler.

Außerdem verstärkt Metzler die Führung seiner drei Metzler Pensionsfonds: Ebenfalls zum 1. Juli ist Christian Pauly in den Vorstand der Metzler Sozialpartner Pensionsfonds AG (MSPF) berufen worden. Pauly, CIIA, CEFA und seit 2012 bei Metzler, verfügt über langjährige Erfahrung in Entwicklung und Steuerung kapitalmarktorientierter Vorsorgelösungen und hat die Positionierung Metzlers im SPM-Segment maßgeblich vorangetrieben.

Oster wiederum ist in den Vorstand des MSPF wie auch in den der Metzler Pensionsfonds AG und der Metzler Mittelstands Pensionsfonds AG berufen worden.

Metzler Pension Management ist eines der vier Geschäftsfelder des über 350 Jahre alten privaten Bankhauses B. Metzler seel. Sohn & Co. AG.

WTW: Verstärkung im Pension Brokerage

Claudius Podebrad ist seit 1. Juni als Bereichsleiter Pension Brokerage bei WTW tätig. Den Angaben zufolge ist seine Aufgabe, neue Geschäftsfelder im sich ständig ändernden Umfeld der Altersvorsorgeberatung zu erschließen.

Claudius Podebrad, WTW.

Der Dipl.-Kfm verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Versicherungs- und Vorsorgebranche mit besonderem Schwerpunkt auf der bAV. Podebrad kommt von der EZVK in Darmstadt, wo er als Abteilungsleiter Kundenberatung, Vertrieb, Kommunikation und U-Kasse sowie die strategische Weiterentwicklung von Service-, Wachstums- und Digitalisierungsinitiativen verantwortete. Frühere Stationen Podebrads waren R+V LV und Allianz LV.

WTW ist als globaler Berater und Dienstleister besonders in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions tätig und beschäftigt in mehr als 140 Ländern rund 40.000 Menschen.

L&G AM: Kurr von Bord, Plukett übernimmt

Pauline Plunkett, LGIM.

Volker Kurr, bis dato Head of Sales Kontinental Europa der Legal & General Asset Management, hat das Haus überraschend verlassen. Auch hier ist die Nachfolge bereits geregelt: Wie der Asset Manager gegenüber PENSIONSINDUSTRIES erklärte, wird Pauline Plunkett in ihrer neuen Funktion als Managing Director Europe, AM, die Gesamtverantwortung für das AM-Geschäft von L&G in Europa übernehmen.

Die Aktuarin mit WTW- und Aon-Vergangenheit ist bereits seit über zwölf Jahren bei L&G tätig, bis dato als Managing Director Ireland.

VFPK: Wie gehabt an der Spitze

Hier gibt es Kontinuität: Der Verband der Firmenpensionskassen hat seinen bestehenden Vorstand bestätigt: Helmut Aden vom BVV übernimmt erneut den Vorstandsvorsitz des VFPK. Ebenso wurden alle bisherigen Vorstandsmitglieder im Rahmen der turnusmäßigen Neuwahl auf der jüngsten MV in ihren Ämtern bestätigt. Neben Aden sind das Andreas Hilka (Hoechster Penka), Christian Jacob (Nestlé Pensionskasse), Heike Pohl (Versorgungskasse Deutscher Unternehmen) sowie Michael Saß (Hapev).

Helmut Aden, BVV und VFPK.

Der VFPK vertritt die regulierten Pensionskassen in Deutschland. Die Mitglieder betreuen über 9.000 Trägerunternehmen mit knapp 1,6 Mio. Beschäftigten, zahlen jährlich 2 Mrd. Euro an über 463.000 Rentner und Rentnerinnen und verwalten rund 76 Mrd. Euro AuM.

1) Der Wingert (Weinberg) heißt übrigens „Keller Eselsuhr“. Wieso das? Görgen erklärt: „Weil man den Wein keinem Esel ins Ohr kippen kann.“ Wer nun wie der Chronist noch weniger versteht, für den hier der Hintergrund, wie ihn Görgen darlegt: „Der Hang ist voller Wollziest, und diese Pflanze heißt umgangssprachlich auch Eselsohr, weil er so aussieht und sich so anfühlt. Nachdem wir den Wein also ‚Keller Eselsuhr‘ genannt hatten, erinnerten sich Spötter gleich an ‚Wein ins Ohr kippen‘, ugs. für ’ungenießbar’. Stimmt natürlich nicht: Unser Wein wird – dem Klimawandel sei Dank – jedes Jahr besser.“

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

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