… prima! Das BRSG II hat es möglich gemacht, und prompt wird es Realität: Erstmals nutzen zwei nicht-tarifgebundene Mittelständler das Sozialpartnermodell per neuer Andockmöglichkeit. Dass dies so schnell und offenbar unkompliziert möglich ist, kann man für das Gesetz wie für die bAV durchaus als Signal sehen.
Kaum ist das BRSG 2.0 in Kraft, schon gibt es eine kleine Premiere: Erstmals schließen sich zwei nicht-tarifgebundene Unternehmen einem bestehenden Sozialpartnermodell an. Bei diesen handelt es sich um die AWO care gGmbH und die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH, die zum 1. Juli ihren Beschäftigten den Weg in die bAV ermöglichen.

Die Würzburger AWO care nimmt den bestehenden Tarifvertrag zur unterfränkischen AWO-Rente in den betrieblichen Bezug, Pittler den bAV-Tarifvertrag der Bodenverkehrsdienste (BVD). Über 700 bisher unversorgte Beschäftigte in beiden Häusern erhalten damit erstmals Zugang zur bAV über die Metzler Sozialpartner Pensionsfonds AG (MSPF) als Versorgungsträger.
Die AWO care ist eine 100%ige Tochter des AWO BV Unterfranken e.V., Pittler eine der größten und modernsten Ausbildungszentren im Rhein-Main-Gebiet mit der Stadt Langen als Hauptträger. In den beiden Fällen ist die Gewerkschaft ver.di für beide Branchen grundsätzlich tarifzuständig.
Der neue 24er Abs. 2
Hintergrund: Mit dem Inkrafttreten des BRSG 2.0 am 22. Januar ist das Andocken nicht-tarifgebundener Arbeitgeber an ein bestehendes SPM unter bestimmten Voraussetzungen möglich – und wird nun zum ersten Mal in die Praxis umgesetzt.
„Sozialpartner auf Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite sowie der MSPF haben die neuen Regelungen gem. § 24 BetrAVG gemeinsam erarbeitet und zügig in konkrete Lösungen überführt“, so Metzler in einer aktuellen Mitteilung. Mit dem Andocken bewiesen die Beteiligten, dass das Modell nicht nur funktioniert, sondern skalierbar sei. Für bisher unter- und unversorgte Beschäftigte im Mittelstand bedeute das einen realen Zugang zur bAV, der zuvor so kaum möglich war, so Metzler weiter.
Stimmen der Akteure: von Signalen für die bAV und die Tarifbindung sowie …
„Dies ist ein starkes Signal für den Markt. Erstmals können zahlreiche nicht-tarifgebundene Unternehmen von einem rechtssicheren und strukturierten Zugang zu einer modernen Form der bAV profitieren. Dies war vorher in dieser Form nicht möglich“, betont Christian Pauly, Generalbevollmächtigter der Metzler Sozialpartner Pensionsfonds AG.

„Insbesondere KMU profitieren von der Möglichkeit, die Alterssicherung ihrer Beschäftigten zu verbessern und damit zugleich eine größere Flächendeckung in der bAV zu erreichen“, begrüßt Judith Kerschbaumer, verantwortliche Vertreterin von ver.di im Sozialpartnerbeirat, die Aufnahme und fügt hinzu, dass damit auch die Tarifbindung gestärkt werde (für ver.di offenbar ein zentraler Baustein im Umgang mit seinen SPM-Strukturen).
… von Aufbruchsmomenten, schneller Nutzbarkeit und pragmatischer Umsetzung

Dominik Roth, Personalleiter der AWO BV Unterfranken, hat bereits Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit ver.di und Metzler. „Für die AWO ist diese Möglichkeit ein echter Aufbruchsmoment für die Beschäftigten unserer Tochtergesellschaft AWO care. Dies war die passende Möglichkeit, kurzfristig auch allen bisher Unversorgten der AWO care eine zukunftsfähige bAV zu ermöglichen.“ Dass dies so schnell funktioniert hat, zeige, was machbar sei, wenn die beteiligten Sozialpartner ver.di und AWO erneut Innovationsgeist zeigen und gemeinsam praxisnahe Lösungen für die Mitarbeitenden bauen, so Roth weiter.

Für viele Arbeitgeber bedeute das BRSG II auch die erstmalige Chance auf eine bAV für die eigene Belegschaft, wenn die bisher bekannten bAV-Modelle für KMU an ihre Grenzen stoßen, heißt es bei Pittler: „Als nicht-tarifgebundenes Unternehmen gewinnen wir mit der Möglichkeit des Andockens nicht nur eine erprobte Lösung für unsere Beschäftigten. Wir setzen damit auch auf ein bAV-Modell, das schnell nutzbar ist und sich sehr pragmatisch mit allen Beteiligten umsetzen lässt. Es war für uns beeindruckend zu sehen, was mit dem BRSG II, engagierten Sozialpartnern und einem innovativen Versorgungsträger für unsere Beschäftigten möglich wird.“, erläutert Thomas Keil, Geschäftsführer der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH.
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