Eine der größten Pensionseinrichtungen Deutschlands hat just seine Mitglieder geladen und damit das Jahr 2025 abgeschlossen. Das gestern veröffentlichte Zahlenwerk darf man als unspektakulär bezeichnen. Eine zentrale Frage ist allerdings weiter offen, und eine damit in Zusammenhang stehende Entlastung wohl vertagt.
Vergangenen Freitag Berlin: Mitgliederversammlungen des BVV Versicherungsvereins und der BVV Versorgungskasse, dabei Veröffentlichung der 25er-Zahlen; Kernergebnisse:
- Gesamtüberschuss 68 Mio. Euro.
- Beitragswachstum von 694 auf 702 Mio. Euro.
- Nettoverzinsung 2,8%.
- Eigenkapitalquote mit 7,3% stabil.
- Jahresüberschuss 68 Mio. Euro, davon gehen rund 21 Mio. Euro in die Verlustrücklage.
- Investitionen in Modernisierung und Digitalisierung.
- Aufsichtsrat für vier Jahre neu gewählt.
Angesichts bzw. trotz eines volatilen Umfelds blickt Deutschlands größte Pensionskasse (nach Anlagevermögen) „auf ein solides Geschäftsjahr zurück und unterstreicht ihre langfristige Stabilität und Verlässlichkeit“, wie man gestern vom neuen Sitz im ehemaligen, frisch umgebauten Berliner Postbahnhof aus mitteilte.
Zurückhaltendes Investitionsumfeld für alle
Vorstandsvorsitzender Marco Herrmann präsentierte den Delegierten auf den Mitgliederversammlungen in Berlin das Jahresergebnis und ordnete es in das Marktumfeld (offenbar anspielend auf den Liberation Day) ein: „Das Jahr 2025 war von erheblichen weltpolitischen Unsicherheiten geprägt. Diese haben sich direkt auf Wirtschaftswachstum und Kapitalmärkte ausgewirkt. Die hohe Volatilität führte zu einem zurückhaltenden Investitionsumfeld, in dem alle institutionellen Anleger weltweit agiert haben.“

Weiter nannte Herrmann steigende regulatorische Anforderungen, insb. durch DORA. Hier habe der BVV gezielt in IT, Resilienz und Infrastruktur investiert – eine zeitlich begrenzte Investitionsphase, die die langfristige Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärke. „Das Ergebnis ist erfreulich: Im Rahmen der erstmaligen DORA-Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer waren keine wesentlichen Feststellungen zu verzeichnen – das ist im Marktvergleich ein hervorragendes Ergebnis“, so der BVV-Chef. Mit neu gewähltem Aufsichtsrat sieht sich der BVV auch für die kommenden Jahre planungssicher aufgestellt.
Betonung der bAV durch die Politik bestätigt Kurs
Zufrieden zeigt sich der derzeit zweiköpfige Vorstand außerdem zu dem Kurs des eigenen Finanzwirtschafts-SPM BVV.Maxrente und mit dem derzeitigen politischen Rückenwind für die bAV. „Das BRSG II sowie das im Koalitionsvertrag festgehaltene Vorhaben, die bAV weiter stärken zu wollen, bestätigen uns in unserem Kurs, als Full Service-Anbieter bAV-Lösungen aus einer Hand anzubieten“, so Vorstand Helmut Aden. Der BVV hat 2025 als Alternative zur U-Kasse auch einen CTA zur Ausfinanzierung von Direktzusagen gegründet. Der BVV, gegr. 1909, besteht aus der Pensionskasse BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G., der U-Kasse BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V. und dem BVV Pensionsfonds des Bankgewerbes AG (letzterer hat wegen seiner Rechtsform keine MV, sondern HV am gleichen Tag).
Die offene Frage
Keine weiteren Angaben machten die Berliner zur anstehenden Nachfolgeregelung des im Februar nach nur rund 6 Monaten im Amt ausgeschiedenen Kapitalanlagevorstands Axel-Rainer Hoffmann (der im September 2025 Frank Egermann nachgefolgt war). Derzeit führt Herrmann das Amt kommissarisch in Personalunion. Jedoch lässt sich öffentlichen Einladungsunterlagen zu den MV entnehmen, dass Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagen haben, die Beschlussfassung über die Entlastung Hoffmanns für 2025 zu vertagen.



















