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bKV und bPV im Trend und mit Trends:

You keep me healthy on

Die betriebliche Krankenversicherung boomt auch 2026 weiter. Zunehmend entwickelt sie sich dabei zum Instrument der Arbeitgeber für echtes Gesundheitsmanagement. PI-Autor Detlef Pohl wirft einen Blick auf aktuelle Trends: was sich Beschäftigte neben bAV und bKV noch vom Arbeitgeber wünschen, welche Tarife dominant werden, wie Prävention in den Blick rückt und mehr.

Was haben gesetzliche Krankenversicherung, Rente und Pflege gemeinsam? Alle drei stehen derzeit offenkundig im Fokus der Politik und sind Gegenstand mehr oder weniger gewaltiger sozialpolitischer Reform-Versuche.

Reflexartig steht dabei auch die private Krankenversicherung mit auf der Agenda. Doch private Zusatzversicherungen finden sich zumindest gegenwärtig nicht auf der unmittelbaren Streichliste (wenn man von den üblichen Erhöhungen der Versicherungspflichtgrenze absieht).

Und: Da der Leistungskatalog der gKV erhebliche Lücken enthält, die künftig noch größer werden dürften, boomen Zusatzpolicen seit Jahren, insb. Zahnzusatzpolicen und die betrieblichen Krankenzusatzversicherungen.

Zweistelliges Wachstum, denn …

Nach Angaben des Verbandes der Privaten Krankenversicherung geht der Wachstumsboom bei der bKV weiter: Ende 2025 bieten 60.800 Unternehmen in Deutschland ihren Mitarbeitern eine komplett vom Arbeitgeber gezahlte Krankenversicherung an, ein Plus von 16% gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl derer, die davon profitieren, steigt 2025 um fast 11% auf nunmehr 2,82 Mio. Menschen:

Quelle: PKV-Verband. Grafik zur Volldarstellung anklicken.

die Leute wissen es wertzuschätzen

Eine Umfrage von Civey im Auftrag des PKV-Verbandes zeigt, dass 55% der Befragten eine bKV wichtiger finden als andere Firmen-Extras wie etwa Jobtickets oder Mobiltelefone. Jedem vierten Arbeitnehmer sei sie sogar wichtiger als eine Gehaltserhöhung.

Besonders hoch sei die Zustimmung in der Gruppe der 18-29-Jährigen, berichtet Thomas Brahm. „Wenn sich der Fachkräftemangel immer weiter verschärft, ist die bKV ein Instrument, um qualifizierte Mitarbeiter zu finden und langfristig ans Unternehmen zu binden“, so der Vorsitzende des PKV-Verbandes, im Hauptberuf Vorstandschef der Koblenzer Debeka und damit des größten deutschen PKV-Anbieters (nach Zahl der Verträge). Es gebe keine oder nur vereinfachte Gesundheitsprüfungen, und auch Vorerkrankungen sind vielfach mitversichert. Im Gegensatz zu privaten Einzelversicherungen entfallen auch Wartezeiten.

Kranken und Pflege gehören zusammen

Laut Civey-Umfrage würden es über zwei Drittel der Beschäftigten begrüßen, wenn ihr AG eine bKV anbieten und bezahlen würde. Noch höher ist die Zustimmung, falls eine betriebliche Pflegeversicherung (bPV) geboten würde: 76,3% wären dafür. 64% der Befragten finden eine bPV wichtiger als andere Firmen-Extras wie etwa Jobtickets oder Mobiltelefone.

Aktuell besitzen 450.000 Beschäftigte eine bPV, Stand Ende 2025 (2024: 364.300). Vorreiter für die bPV ist die Vereinbarung zwischen BAVC und IG BCE zur tariflichen Pflegezusatz-Versicherung „CareFlex Chemie“, die am 1. Juli 2021 gestartet ist.

Der Druck der Demographie

„Betriebliche Absicherungen werden angesichts der demographischen Entwicklung immer relevanter“, so Brahm. Die bKV decke Gesundheitsleistungen ab, die die gKV nicht oder nur teilweise bezahlt. Dennoch gibt es laut dem Barmenia-Gothaer KMU-Stimmungsbarometer 2025 Angebote erst in rund jedem achten Betrieb – in 84 von 519 befragten KMU. Insgesamt 16% setzen auf die bKV.

Ähnlich wie in der bAV gilt dabei: Je größer die Unternehmen, desto häufiger die Angebote. Während nur 6% der Kleinstunternehmen mit bis zu 10 MA Angebote parat haben, sind es bei den Unternehmen mit 201 bis 500 Beschäftigten rund 23%. Da ist noch viel Luft nach oben. Dabei könnten Arbeitgeber im „War of Talents“ noch stärker mit der bKV punkten. Neben der bAV (31%) punkten je 16% mit der bKV und betrieblicher Gesundheitsförderung:

Quelle: Barmenia-Gothaer. Grafik zur Volldarstellung anklicken.

Je nach Größe, und …

Wie die bKV nach Unternehmensgröße bislang etabliert ist, zeigt der Ende 2025 vorgelegte, von PI bereits analysierte „Funk bKV-Reporting-Guide 2026“ auf Basis der bKV-Bestandsvertragsdaten von 170 Unternehmen mit fast 70.000 versicherten MA. Makler- und Consultant Funk hat dazu die Nutzungsquoten von bKV-Tarifen im eigenen Bestand anhand der Reportings verschiedener Versicherer analysiert.

Ergebnis: Im Jahr 2024 nutzten 70 % der MA in kleinen Firmen (bis 49 MA) und je 50 Prozent in mittleren (50 bis 249 MA) und großen Unternehmen (ab 250 MA) reine Gesundheitsbudget-Tarife inklusive Budgetanteile von Kombinationstarifen.

der Anstieg der Nutzungsquote

„In kleinen Unternehmen führt der schnellere und einfachere Informationsfluss innerhalb der Belegschaft zu einer höheren Nutzungsquote der bKV, die jedoch auch in mittleren und großen Unternehmen über die Jahre deutlich angestiegen ist“, konstatiert Christian Till, Bereichsleiter Markets, Products & Investments bei Funk Vorsorge.

Die Tarife: Budget dominiert

In der Studie Funk bKV-Atlas 2025hatte das Beratungshaus bereits die Unterschiede zwischen „Leistungsbausteinen“ (die den individuellen Zusatzpolicen auf dem privaten Krankenzusatzversicherungsmarkt ähneln) und „Gesundheitsbudget-Tarifen“ (die ein breiteres Leistungsspektrum als Einzeltarife bieten und über ein Jahresbudget individueller nutzbar sind), herausgearbeitet.

Inzwischen liegen Budget-Tarife dominierend im Trend.“

Mittlerweile bieten mehr als 20 Versicherer Budgettarife an und erreichen im Schnitt mehr als die Hälfte der MA. In der Vergangenheit hatten die Versicherer zumeist nur rabattierte Tarifbausteine individueller Zusatzpolicen offeriert. „Diese Angebote erfüllen nicht den Bedarf der Arbeitgeber nach reduzierten Fehlzeiten und schneller Wiederherstellung der Arbeitskraft“, sagt Reiner Will, Geschäftsführer der Ratingagentur Assekurata in Köln, gegenüber der PI-Redaktion.

Reiner Will, Assekurata.

„Inzwischen liegen Budget-Tarife dominierend im Trend“, berichtet Alexander Kraus, Fachkoordinator Krankenversicherung bei Assekurata. Diese Tarife bieten ein breiteres Leistungsspektrum als die Einzeltarife und wurden 2018 von der Halleschen in den Markt gebracht: Die Firma wählt für ihre Belegschaft ein Gesundheitspaket in Kombination mit einer bestimmten Budgethöhe, die jedem MA p.a. zur Verfügung steht. Je nach Belieben können die MA medizinische Leistungen aus verschiedenen Bereichen in Anspruch nehmen. Für die nahe Zukunft sieht Kraus insb. bei der bKV nicht weniger als das größte Wachstumspotential der gesamten PKV.

Die Frage der Sublimits …

Neben Assistance-Leistungen wie Facharzt- und Terminservice, psychologisches Coaching sowie Telemedizin könne die bKV flexible Versicherungsleistungen ermöglichen, die auf die gesundheitliche Situation der MA eingehen, heißt es bei der Allianz.

Laut Funk-Studien steigt mit wachsendem Budget in der Regel auch die Zahl der eingereichten Rechnungen. Leistungsregulierungen bei Gesundheitsbudget-Tarifen ohne Sublimits liegen im Verhältnis zum Beitragsanteil in der Regel schon deutlich über 100%, insb. für Sehhilfen und Zahnprophylaxe; d.h. der Versicherer zahlt mehr aus, als er durch die Beiträge einnimmt. Drei Versicherer haben deswegen die Beiträge für Gesundheitsbudget-Tarife ohne Sublimits zuletzt angehoben. Um stark steigende Beiträge zu vermeiden, empfiehlt Funk, Budgettarife mit Sublimits für kostenintensive und häufig genutzte Leistungen einzuführen.

und der Beitragsanpassung

Till erklärt, dass im Zuge des jährlichen Treuhänderverfahrens Versicherer gemäß den Bedingungen eine Beitragsanpassung prüfen müssen. Weichen die tatsächlichen Leistungskosten um mehr als 5 oder 10% (je nach AVB) von der Kalkulation ab, werden die Beiträge überprüft und bei Bedarf mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders angepasst.

Christian Till, Funk.

Bereits im Februar dieses Jahres stand fest, dass die Hallesche ihren auslösenden Faktor von 5% nicht erreicht hatte. Deshalb konnte sie bereits frühzeitig mitteilen, dass ihre Gesundheitsbudgets mit Sublimits, die seit 2018 am Markt sind, bis zum 31. Dezember 2027 weiterhin beitragsstabil bleiben.

Bei einer Beitragsanpassung müssen Unternehmen die Auswirkungen u.a. auf die Sachbezugsfreigrenze prüfen.“

Einige Anbieter haben in den letzten Wochen die Beitragsstabilität ihrer Gesundheitsbudgettarife bestätigt. Ob noch weitere Versicherer folgen werden, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen. Eine frühzeitige Mitteilung wäre insb. im Hinblick auf die arbeitsrechtliche Zusage (Versorgungsordnung) und die daraus zu beachtenden Fristen für mögliche Änderungen der Zusage wünschenswert.

Grund: „Bei einer Beitragsanpassung müssen Unternehmen die Auswirkungen u.a. auf die Finanzierung sowie auf steuerliche Grenzen, etwa die Sachbezugsfreigrenze, prüfen“, betont Till.

Steuerweichen aus München

Apropos Sachbezugsfreigrenze: Die bKV bietet nicht nur schnell spürbaren Mehrwert für Arbeitnehmer und sollte zu niedrigerem Krankenstand beitragen, sondern wird steuerlich auch gefördert.

Zuwendungen der AG für eine bKV sind im Rahmen der Freigrenze (nicht Freibetrag!) für Sachbezüge von aktuell 50 Euro pro Monat steuer- und sozialabgabenfrei. Voraussetzung nach zwei BFH-Urteilen:

Die Zuwendung wird ausschließlich als Versicherungsschutz gewährt und nicht als Geldleistung (Az.: VI R 13/16). Dazu wird die Firma über einen Gruppenvertrag meist selbst zum VN.

Wenn die Firma dagegen einen Geldzuschuss an den AN für eine Versicherung zahlt, die dieser AN eigenständig abschließt, ist der Zuschuss bei ihm steuerpflichtig (Az.: VI R 16/17).

Der Trend zum echten Gesundheitsmanagement

Angesichts von Diskussionen über mögliche Leistungskürzungen in der gKV ist es für Arbeitgeber grundsätzlich wichtig, attraktive gesundheitsbezogene Benefits wie Präventionsprogramme, schnelleren Zugang zu Fachärzten, hochwertige medizinische Leistungen oder Employee Assistance Programme zu schaffen.

Die Nürnberger Versicherung z.B. setzt in der bKV mittlerweile verstärkt auf Prävention und Risikofrüherkennung. Hintergrund für diesen Trend: Viele freiwillige Gesundheitsangebote werden vor allem von ohnehin gesundheitsbewussten Mitarbeitern genutzt, die eigentlichen Risikogruppen dagegen oft nur schwer erreicht.

Die bKV entwickelt sich vom reinen Erstattungsmodell hin zum Gesundheitsmanager.“

Prävention soll daher stärker in den betrieblichen Alltag integriert werden. Der Weg: Statt reiner Kostenerstattung gibt es einen klaren Präventionspfad – von der frühzeitigen Identifikation von Risikofaktoren über die gezielte Navigation bis hin zur konkreten Vorsorge. Digitale Technologien ermöglichen es, Gesundheitsdaten früher auszuwerten und Risikofaktoren schneller sichtbar zu machen. Die Erwartung: Gesündere Mitarbeiter, geringere Fehlzeiten und eine höhere AG-Attraktivität. Die bKV entwickelt sich somit weg vom reinen Erstattungsmodell hin zum Gesundheitsmanager. In Kürze wird auf PENSIONSINDUSTRIE der aktuelle Funk bKV-Gesundheitsservices-Monitor 2026/2027 analysiert werden.

Übrigens: Die Betriebsrente ist die beliebteste betriebliche Zusatzleistung, und zwar sowohl aus Sicht von AG wie AN. Das hat der aktuelle Benefits-Report von Allianz Pension Partners, einer Tochter der Allianz Leben, ergeben. Auf Platz 2: die flexible Arbeitszeitgestaltung, gefolgt von bKV bzw. betrieblichem Gesundheitsmanagement auf Platz 3.

Für jeden vierten Beschäftigten und jedes vierte befragte Unternehmen seien auch diese gesundheitlichen Versicherungs- und Vorsorgeangebote Pflichtbestandteile eines schlagkräftigen Benefits-Pakets im Betrieb. Über 1.000 Beschäftigte und mehr als 160 Unternehmen wurden dafür befragt.

Fazit von PENSIONSINDUSTRIES

Die betriebliche Altersversorgung und ihre kleinen Schwestern, die betriebliche Krankenversicherung und die betriebliche Pflegeversicherung, erfreuen sich bei den Beschäftigten offenkundig zunehmender Beliebtheit, die bereits beginnt, dominant zu werden gegenüber dem Bedürfnis nach anderen Nebenleistungen (auch wenn die bAV derzeit auf mittlerem Niveau stagniert, aber das hat andere Gründe). Insgesamt könnte man daraus ableiten: Die Menschen fangen zunehmend an zu begreifen, dass der Tag möglicherweise nicht fern ist, an dem die Stunde der gesetzlichen Systeme in diesem unseren Lande geschlagen haben wird.

Das zur heutigen Headline anregende Kulturstück findet sich hier:

 

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

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