15. September, Frankfurt: Erster adesso pension day. Die Agenda? Sehr dicht: wie strategische Umbauten von Mehrparteien-Ökosystemen im laufenden Betrieb gelingen, welche technischen Nüsse zu knacken sind, was nur eine Stunde Aufwand im Monat machen darf, wohin die Aufsicht ihre Augen richtet, wie sich telefonische Anfragen halbieren lassen, wann die Standmitteilung nicht mehr in die Post geht, wie man KI-Ängsten begegnet, warum man bAV-Dokumente wie Software behandeln sollte – und was ein veralteter Textbaustein im Massenlauf zehntausendfach bedeuten kann.

Die digitale Transformation in der bAV ist ein strategischer Umbau im Mehrparteien-Ökosystem aus Arbeitgebern, Beschäftigten, Versorgungsträgern, Aktuaren und Aufsicht. Beim ersten adesso pension day, am 15. September 2026 im The Squaire in Frankfurt am Main, diskutierte der IT-Dienstleister adesso mit 85 Führungskräften und bAV-Verantwortlichen aus Versorgungseinrichtungen und Unternehmen die zentrale Frage: Wie gelingt dieser Umbau im laufenden Betrieb – pragmatisch, sicher und mit einem klaren Mehrwert für alle Beteiligten? Das gemeinsame Zielbild: belastbare Prozesse, saubere Daten und Systeme, die neue Zusagearten und KI mitdenken.
Nach einem Networking-Dinner am Vorabend startete der Konferenztag mit einem Opening durch die Gastgeber Dirk Platz und Sven Schlünzen, beide Geschäftsführer bei adesso, sowie Senthuran Sabaratnam, Account Manager für EbAV. Durch das Programm führten Christian Röhle, Leiter Pensionskassenmanagement und Recht der Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe, und Christoph Cüppers, Bereichsleiter Pensionsmanagement bei adesso.
Vier mal Praxis – 1.: Hoechster Penka – ZielrenteCHEMIE

Am Vormittag berichteten vier Häuser aus der Praxis. Dabei machte Röhle mit der ZielrenteCHEMIE den Auftakt. Das Sozialpartnermodell, dem BAVC und IGBCE grünes Licht gegeben haben, führt zwei Welten zusammen: In der Einzahlungsphase läuft alles über individuelle Einzelkonten, in der Rentenphase über ein Kollektiv.
Wie hoch die Rente ausfällt, hängt am Kapitaldeckungsgrad; über 125% wird erhöht. Genau das war die technisch zu knackende Nuss – eine kollektive Kennzahl in einer Bestandsführung abzubilden, die einzelvertraglich gedacht ist. Gelöst hat man es mit zwei getrennten Rechenstrecken. Beteiligt sind heute 20 Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten.
Viermal Praxis – 2.: DekaBank – Zeitwertkonten
Michael Schilling, Abteilungsdirektor der DekaBank, sprach über Zeitwertkonten – und darüber, wer bzw. was alles Einfluss auf so ein Konto hat: Insolvenzsicherung, Kapitalanlage, Depotbank, Administration, Aufsicht, dazu Sozialversicherungs- und Wirtschaftsprüfer. Sein Maßstab für die Verwaltung im Unternehmen: eine Stunde Aufwand im Monat, mehr nicht. Damit das gelingt, gehören verwandte Themen in ein System – Lebensarbeitszeitkonten, Altersteilzeit im Blockmodell, Pensionszusagen.
Vier mal Praxis – 3.: SOKA-Bau – von analog zu digital
Dana Schäfer, Bereichsleiterin Zusatzversorgungskasse der SOKA-Bau, berichtete vom Umbau der ZVK AG, die rund 2,7 Mio. Anwärter, rund 310.000 Rentner und elf Mrd. Euro Bilanzsumme führt:
Aus „analog und verfahrensorientiert“ sollte „digital und serviceorientiert“ werden. Hinzu kamen eine neue Systemlandschaft, agiles Arbeiten statt Stab und Linie und etliche Migrationen unter den Augen der Aufsicht. Das Ergebnis lässt sich messen:
Seit dem Live-Gang des Kundenportals gehen schriftliche Anliegen zurück, telefonische Anfragen haben sich gegenüber dem Vorjahr fast halbiert.
Vier mal Praxis – 4.: SOKA-Bau – die KI kommt an Bord
Michael Fahl, Unternehmensentwicklung der SOKA-Bau, berichtete von der KI-Einführung im eigenen Haus. Über die Akzeptanz entscheiden aus seiner Sicht zwei Ängste: „Verliere ich meine Aufgabe?“ und „Verliere ich Entscheidungshoheit?“
Deshalb stand am Anfang nicht das technische Werkzeug, sondern das Angebot einer KI-Community und kleiner Lerneinheiten von Kollegen für Kollegen sowie eine Potentialanalyse. Das hauseigene SOKA-GPT kommt nach vier Monaten auf rund 180 tägliche Nutzer. „KI-Transformation ist Führungsaufgabe – nicht IT-Projekt“, so Fahl in seinem Vortrag.
Breakout-Room eins:
Am Nachmittag ging es themen- und interessenbasiert tiefer ins Detail. Im Breakout-Room eins von dreien drehte sich alles um die Verwaltung:
• Marco Menz zeigte, wie sich Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktzusage in der in|sure Ecosphere von adesso abbilden lassen.
• Hakan Akbiyik und Deniz Klarhorst rechneten vor, was Portale sparen, wenn die Standmitteilung nicht mehr für einen bis fünf Euro je Brief in die Post geht.
• Diemo Quapp stellte die Rentenabrechnung in|sure PenPay von adesso für alle fünf Durchführungswege vor.
• Nicole Bespflug und Volkan Dürr warben dafür, bAV-Dokumente wie Software zu behandeln – mit Versionierung sowie klar definierten Prüf- und Freigabeprozessen – weil ein veralteter Textbaustein im Massenlauf zehntausendfach hinausgeht und am Ende die Haftung nach § 1 Abs. 1 BetrAVG steht.
• Tobias Voltz und Thorsten Robrecht suchten für adesso LifePlan, eine Pensionsverwaltung in der SAP Private Cloud, Mitgestalter auf Kundenseite, die ihre Praxiserfahrung in die Weiterentwicklung der Lösung einbringen wollen, und
• Michael Ries zeigte, wie sich De-Risking und Zeitwertkonten über einen CTA miteinander verbinden lassen.
Breakout-Room zwei:
Im Breakout-Room zwei stand das Thema KI und Sicherheit im Fokus:
• Bodo Hovestädt führte vor, wie ein geführter Dialog bei Pensionierung, Scheidung oder Todesfall begleitet und, falls erforderlich, mit dem vollen Kontext an einen Sachbearbeiter übergibt.
• Andreas Querndt stellte die Arbeitsoberfläche von adessoGPT vor.
• Robert Rieckhoff zeigte den Weg vom Posteingang zur Dunkelverarbeitung.
• Andreas Koch brachte auf den Punkt, warum IT-Sicherheit Chefsache ist: Manipulierte Ansprüche treffen das Rentenversprechen selbst.
• Und Markus Elsebusch räumte mit einem Missverständnis auf: Souverän ist eine Cloud nicht schon deshalb, weil die Daten in Deutschland liegen.
Breakout-Room drei:
Im Breakout-Room drei konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Live-Demos vorführen lassen und mit den Fachleuten von adesso ins Gespräch kommen:
Hovestädt führte eine Conversational-AI-Lösung vor, Querndt das adessoGPT und Rieckhoff das adesso Input Management.
Darüber hinaus präsentierte Marina Fischer die moderne bAV-Verwaltung samt Rentenabrechnung und Klarhorst das Arbeitgeber- und Arbeitnehmerportal von adesso.
Abschließend diskutierten Niclas Bamberg, Michael Saß, Christian Pappenroth und Michael Fahl auf dem Podium über Potenziale und Stolpersteine von KI in der bAV, und Cüppers fasste die Erkenntnisse aus dem Konferenztag noch einmal zusammen. Die Resonanz war so gut, dass es im kommenden Jahr eine Neuauflage geben wird – voraussichtlich am 15. September 2027.
Christoph Cüppers ist Business Unit Lead – Director der adesso insurance solutions.
Kontakt:
Christoph Cüppers
Business Unit Lead – Director
adesso insurance solutions
TEL: +49 15238869642
MAIL: Christoph.Cueppers@adesso-insurance-solutions.de
WEB: www.adesso-insure.de
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