Das Forum für das institutionelle deutsche Pensionswesen


Menschen to mention (CXXVIII):

Stabwechsel allerorten

In mehreren Chefetagen des Parketts hat es dieser Tage Bewegung gegeben: Eine hessische ZVK hat einen neuen Verantwortlichen Aktuar, weil eine hessische Pensionskasse einen neuen Vorstand hat. Außerdem beruft ein Run-off-Player einen neuen Head of Finance, ein westfälisches Versorgungswerk muss die Nachfolge für den erkrankten Anlagechef regeln, und auch ein großer Asset Manager eines großen Versicherers muss seine Führungsspitze umbauen.

Nur wenige Wochen nach der jüngsten Personalmeldung hier und heute auf PENSIONSINDUSTRIES erneut Parkettbewegung:

EZVK mit neuem VA, PK Rundfunk mit neuem Vorstandsmitglied

Marcus Keller, EZVK.

Die Evangelische Zusatzversorgungskasse in Darmstadt hat seit 1. Juli einen neuen Abteilungsleiter Aktuariat und VA. Mit dem promovierten Physiker und Aktuar DAV Marcus Keller übernimmt ein erfahrener Versicherungsmathematiker eine Schlüsselfunktion bei der Kasse, verfügt er doch über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Versicherungsmathematik.

Zu Kellers beruflichen Stationen zählen große internationale Versicherungskonzerne; zuletzt war er bei der ACM Deutschland AG als VA tätig.

Stephan Mattes, PKR.

Keller folgt auf Stephan Mattes, der die Funktion des Verantwortlichen Aktuars der EZVK seit Anfang 2020 ausgeübt hatte und zum 1. Oktober 2025 in den Vorstand der Pensionskasse Rundfunk VVaG in Frankfurt an die Seite von PKR-VV Martin Schrader eingetreten war. Ebendort ist zum 30. Juni Frank Weidenbusch nach 13 Jahren in den Ruhestand gegangen.

Die EZVK in Darmstadt sichert seit fast 60 Jahren mit heute mehr als 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und über 13 Mrd. Euro Kampfgewicht die bAV für die etwa 880.000 MA kirchlicher und diakonischer Einrichtungen bei rund 6.400 angeschlossenen Arbeitgebern, bspw. in Krankenhäusern, Kindergärten, Kirchen und sozialen Einrichtungen.

Frank Weidenbusch, vorm. PKR.

Die Pensionskasse Rundfunk VVaG wurde 1971 in Frankfurt gegründet, um auch den freien MA in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (seit 1974 auch bei für den ÖRR produzierenden Unternehmen) eine bAV zu bieten. Seit dem Tarifvertrag bAV von 2025 steht die PKR der gesamten Branche offen, d.h. den Bereichen Kino, Streaming und Privatfernsehen. Die PKR bringt heute ca. 1,7 Mrd. Euro AuM für inzwischen über 27.000 Berechtigte auf die Waage.

Vedra mit neuem Finanzchef

Roland Böhmer, Vedra.

Die Vedra Pensions GmbH hat zum 1. September 2026 mit Roland Böhmer einen neuen Head of Finance, der Rechnungswesen und Controlling der Gruppe sowie die finanzielle Bewertung von Transaktionen zu verantworten hat und weiterentwickeln soll.

Böhmer bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung mit, frühere Stationen waren J.P. Morgan, die UBS Investment Bank sowie die Funktion als M&A-Director bei Aviva. Er kennt also den britischen LV-Markt mit dem dort etablierten Instrument des Pension Buy-outs. Zuletzt verantwortete er bis November 2023 Rechnungswesen und Controlling bei der deutschen Run-off-Plattform Viridium, bevor er eine längere Auszeit nahm sowie eine selbständige Tätigkeit ausübte.

Die Vedra Pensions ist eine deutsche Holdinggesellschaft und operiert seit 2016 als Spezialist für die Auslagerung von Pensionsverbindlichkeiten (Pension Buy-out) via Rentnergesellschaft. „Der Pension Buy-out-Markt in Deutschland wächst, und damit auch die Anforderungen. Allein in den letzten drei Monaten haben wir sechs Transaktionen realisiert“, teilte Vedra-GF Tilo Kraus anlässlich der Verpflichtung Böhmers mit.

Rochade in der Kölner Chefetage

In der Ampega-Geschäftsführung ist die Nachfolge Thomas Manns nach 17 Jahren als Sprecher der Geschäftsführung geregelt worden:

Christoph Heidelbach, Ampega.

Zum 1. Januar 2027 übernimmt Christoph Heidelbach „im Rahmen eines langfristig geplanten Übergangs“, wie es aus Köln heißt, in der Nachfolge Manns das Investment Management der Ampega und wird daher bereits ab dem 1. Oktober in die dortige Geschäftsführung eintreten. Mann wird den Bereich Investment Management bis zum Ende seiner Amtszeit weiterhin verantwortlich führen.

Stefan Kampmeyer, Ampega.

Neuer Sprecher der Geschäftsführung in Köln wird ab 1. Januar 2027 der Betriebswirt Stefan Kampmeyer, der seit 2023 Mitglied des Gremiums ist.

Der promovierte Chemiker und MBA Heidelbach kommt von der Provinzial und war seit 2019 Vorsitzender der Geschäftsführung der Provinzial Asset Management GmbH. Seine Nachfolge dort ist intern geregelt worden.

Die Ampega in Köln ist der Asset Manager der Talanx-Gruppe verwaltet insgesamt 204 Mrd. Euro, davon für Konzernkunden 156 Mrd. Euro, für externe Kunden 49 Mrd. Euro. Der promovierte Volkswirt Mann war 2025 zu Gast auf dem Podium der Cologne Confidential Vol 3.

Thomas Mann, Ampega, hier auf der Cologne Confidential Vol 3 im Juni 2025. Im Hintergrund Wolfram Gerdes, Marco Hermann und Beate Petry. Foto: Caroline Gerst.

Stabwechsel in Westfalen

Wie die portfolio institutionell berichtet hat, ist Lutz Horstick zum 1. August in die Geschäftsführung der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe in Münster berufen worden. Der 52Jährige übernimmt in Nachfolge von Markus Altenhoff die Leitung des Geschäftsbereichs Kapitalanlage.

Christian Koopmann, Lutz Horstick und Ulrich Sonnemann ÄWVL.

Der erfahrene Bankkaufmann, Betriebswirt und CEFA Horstick, ebenfalls seit ca. einem Vierteljahrhundert auf dem Parkett, ist seit 2011 bei der ÄVWL, bis dato als Leiter der Wertpapiere und Darlehen. Frühere Stationen waren u.a. die Pax-Bank und Lampe AM.

Seine Berufung erfolgte durch den Vorstand der Ärztekammer Westfalen-Lippe auf Vorschlag des ÄVWL-Verwaltungsausschusses. Altenhoff zog sich aus gesundheitlichen Gründen zurück, schreibt die portfolio unter Bezug auf eine Meldung der ÄVWL. Die hauptamtliche Geschäftsführung der ÄVWL ist damit weiter dreiköpfig; Horstick tritt an die Seite von Christian Koopmann und Ulrich Sonnemann.

Die ÄVWL in Münster übernimmt seit mehr als 65 Jahren die Alters-, BU- und Hinterbliebenenversorgung der ersten Säule für die Angehörigen der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Derzeit beläuft sich die Mitgliederzahl auf gut 50.000 Menschen, die Kapitalanlagen belaufen sich auf runde 16 Mrd. Euro.

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

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