Das schwedische Rentensystem muss immer wieder als Vorbild für Deutschland herhalten. In der Tat ist es gut aufgestellt. Das heißt aber noch lange nicht, als gäbe es im Norden keine Irrungen und Wirrungen, ganz im Gegenteil auch dort wird diskutiert, gestritten, umgebaut – gelegentlich sogar auch mal ins Dingenskirchen gegriffen, und zwar ordentlich. Reiner Gatermann berichtet aus dem Norden.
Nicht zuletzt deutsche Politiker schauen mit Bewunderung, zuweilen offenbar auch etwas Neid auf Schweden und sein Rentensystem. Aber wo Sonne ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. Ständige Diskussionen um die richtige Strategie gibt es auch hier, und man braucht nur Northvolt und die AP-Fonds sowie Alecta zu nennen, um zu sehen, dass auch im vielbesungenen Norden nicht immer alles glatt läuft. Da ist von „ungeeigneten noch zulässigen Investitionen“ (Northvolt) die Rede, und Alecta macht Schlagzeilen mit „Millionenstrafen“.
Das tarifliche Superschwergewicht
Fangen wir mit Alecta an. Die 1917 gegründete Betriebsrentengesellschaft auf Gegenseitigkeit, Kampfgewicht satte 1,4 Bio. SEK entsprechend ca. 125 Mrd. Euro und damit BVK-Liga, befindet sich in der gemeinsamen Verwaltung durch den Arbeitgeberverband Svensk Näringsliv und das Gewerkschaftskartell PTK.

Seit jeher stand Alecta in dem Ruf, solide Arbeit zum Besten seiner rund 2,9 Mio. Berechtigten – die Angestellten der Privatwirtschaft – und etwa 37.000 Mitgliedsunternehmen zu leisten. Bis 2023.
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