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Das Forum für das institutionelle deutsche Pensionswesen

Menschen to mention (LXXXIX):

Vier Jahre sind kein Tag …

fliegen aber trotzdem vorbei wie nichts: Erneut hat die europäische Aufsicht EIOPA ihre beiden Stakeholder Groups turnusgemäß neu besetzt – und neben wichtiger Kontinuität wieder mal ihren Sinn für „Kreativität“ gezeigt. Außerdem gewinnt ein Consultant einen Experten von einem Versorgungswerk, und ein Institut stellt sich breiter auf.

Nur wenige Tage nach der jüngsten Meldung zu Parkett-Bewegungen, geht es heute schon wieder weiter auf PENSIONSINDUSTRIES:

EIOPA: Nellshen vertritt weiter unternehmenseigene EbAV

Dienstsitz der EIOPA in Frankfurt am Main.

Der EIOPA-Aufsichtsrat hat jüngst und turnusgemäß die ingesamt 60 neuen Mitglieder fürs die Interessengruppe Versicherung und Rückversicherung (IRSG) und die Interessengruppe bAV (OPSG) ausgewählt, die Anfang Juli ihr vierjähriges Mandat angetreten haben.

Die beiden Gruppen setzen sich aus Vertretern des Versicherungs- und des Pensionswesens, von Verbrauchern, der Wissenschaft, KMU, Arbeitnehmern und Berufsverbänden zusammen. Diesmal gingen bei der EIOPA 179 Bewerbungen aus 28 europäischen Ländern ein.

Wichtigste Nachricht für das Pensions-Parkett: Bayers Pensions-Chef Stefan Nellshen ist erneut in die OPSG berufen worden. Der Mathematiker tritt seine vierte Amtszeit an. Damit ist die deutsche Industrie mit ihren EbAV weiterhin standesgemäß vertreten.

Stefan Nellshen (li.), Bayer-PK, hier mit Thomas Kaulisch, BMAS, auf der Cologne Confidential Vol 1 im Mai 2024. Foto: Caroline Gerst.

Auch Matti Leppälä, Chef der PensionsEurope, sowie deren Vorsitzender Jerry Moriarty (im Zivilleben Chef der Irish Association of Pension Funds IAPF) sind wieder in die OPSG berufen worden.

Soweit so gut. Ansonsten scheinen die Motive der EIOPA bei den Berufungen gewohnt unergründlich. Beispiel: Neben Nellshen wurden unter dem Label „German“ berufen: Ein gewisser Bryan Coughlan, seines Zeichens der Sustainable Finance Office von BEUC, the European Consumer Organisation, und eine Ute Meyenberg, National Secretary der CFDT Cadres (eine französische Gewerkschaftsorganisation) – beide sind zumindest dem Chronisten völlig unbekannt und offenbar in der deutschen bAV noch nicht substantiell in Erscheinung getreten. Höchste Zeit, dass Kassandra mal berufen wird, am besten gleich als Chair: „Kassandra goes EIOPA“.

In der IRSG sind die Namen Frank Schiller, einer der Chefaktuare der Munich Re, Claudia Donzelmann, Global Head of Regulatory and Political Affairs der Allianz, und Christian Guelich vom BdV (der auch schon mal in der OPSG war) sowie Mirko Kraft, Professor der Versicherungsbetriebslehre Hochschule Coburg erwähnenswert.

Mercer: von der EbAV zum Consultant

Alexander Mimouh, Mercer.

Alexander Mimouh, bis dato Senior Investment Manager der Nordrheinischen Ärzteversorgung, ist seit Monatsbeginn bei Mercer im Range eines Senior Investment Consultants an Bord.

Der 42Jährige Ökonom wird innerhalb des Mercer Investments Teams insb. den VAG-Kunden als Senior Investment Consultant betreuen.

Mit annähernd 25.000 Menschen in 43 Ländern ist der Consultant Mercer, Tochter der Marsh McLennan, in 130 Ländern tätig. In Deutschland ist Mercer mit über 600 Mitarbeitern vertreten. Die Schwerpunkte liegen in der Beratung von Unternehmen rund um bAV, Investments und Pensions Administration sowie Vergütung, Human- Capital-Strategie und M&A.

Pensions-Akademie mit Mehrfachverstärkung

Außerdem hat sich auch die Pensions-Akademie breiter auf gestellt: Die Mitgliederversammlung hat Anfang 3. Juli 2024 Neuerungen in Vorstand und Beirat beschlossen:

Der bisherige Vorstand – bis dato bestehend aus Frank Vogel (ehem. Kas-Bank) und Jürgen Scharfenorth (Faros) – wird erweitert um Andreas Fritz.

Andreas Fritz, Pensions-Akademie.

Aktuar Fritz gehört als Gründungsmitglied dem Beirat der Pensions-Akademie seit 2015 an. Durch den Wechsel des versicherungsmathematischen Sachverständigen in den Vorstand will die Akademie dort die Kompetenzen im Bereich der bAV, insb. die aktuarielle und die Risikomanagement-Seite stärken.

Fritz war 24 Jahre für die PKDW tätig. Vom Vorstand der PKDW und Vorstand der VIFA Pensionsfonds AG wechselte er im März 2023 zu seinem 60. Geburtstag in den Ruhestand.

Leithold Laura, MetallRente.

Den Beirat – bis dato bestehend aus Karl-Peter Bertzel (Berolina PK VVaG), Prof. Thomas Keil (Provadis Hochschule) und seit September 2023 auch Paul Weßling (Müllerei PK) und Leonard Ronig (Babcock PK) – wird erweitert um Christian Schneider und Laura Leithold.

Während Leithold (ehem. MetallRente) neu in die Gremien der Pensions-Akademie startet, ist Akademie-Schatzmeister Schneider (seit März bei der Ready 4 Impact) Gründungsmitglied der Pensions-Akademie.

Christian Schneider, Ready 4 Impact und Pensions-Akademie.

Die Pensions-Akademie ist gemeinnützig. Alle Gremienmitglieder engagieren sich ehrenamtlich für die Stärkung und als Sprachrohr der bAV in Deutschland. Sie bringt bAV-Expertinnen und -Experten jährlich im Rahmen von vier Veranstaltungen zusammen: der Jahresauftakttagung im Februar für die breite Community, der exklusiven Fachtagung für Pensionseinrichtungen und Mitglieder jeweils im Sommer und auf zwei Senior Roundtables.

Seit 2020 verleiht die Pensions-Akademie darüber hinaus den ESG-Pensions-Award und fördert damit das Engagement für nachhaltige Kapitalanlagestrategien von Pensionseinrichtungen.

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

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