Das Forum für das institutionelle deutsche Pensionswesen

Das Parkett in Bewegung (LXXVII):

Drei Dutzend Jahre …

auf dem gleichen Parkett, im gleichen Haus – nun geht ein Altgedienter in den Ruhestand, ein anderer tritt kürzer. Außerdem: 114 Milliarden unter neuer Verantwortung, ein Verband hat einen neuen Chair, ein anderer verstärkt sich, ein neuer ESG-Akteur ist am Start, und auch bei weiteren Asset Managern gibt es wieder vielfältige Bewegung – und etwas Unbestätigtes.

Olaf John, Mercer.

Nur kurz nach der Vermeldung des erweiterten KZVK-Vorstandes in Köln heute erneut Berichterstattung auf LEITERbAV über HR-Bewegung auf dem deutschen Pensions-Parkett. Doch vorab etwas noch Unklares (vor vier Tagen bereits auf LEITERbAV Dynamics gepostet):

Unbestätigten Berichten zufolge wird Olaf John, derzeit Partner bei Mercer und erfahrener Recke im deutschen Pensionswesen, einst Pionier im deutschen Investment Consulting zunächst bei WTW, später dann bei BlackRock, Fidelity, Lehman Brothers und Insight Investment, den Consultant nach 3,5 Jahren mit unbekanntem Ziel verlassen. Einzelheiten sind nicht bekannt, und weder Mercer noch John wollten gegenüber LEITERbAV kommentieren. Weitere Berichterstattung wird an dieser Stelle erfolgen, sollte sich die Nachricht bestätigen und Einzelheiten bekannt werden.

UPDATE am 1. Dezember 2023: Zwischenzeitlich hat sich bestätigt, dass Olaf John Mercer verlässt, der Aktuar und ausgewiesene LDI-Fachmann wird dem Parkett aber erhalten bleiben. LbAV wird weiter berichten.

aba: aus München in Berlin

Markus Klinger, aba.

Wie ebenfalls schon vor einigen Tagen auf LEITERbAV Dynamics gepostet, kann die aba einen Neuzugang vermelden: Markus Klinger wird das aba-Team ab 1. Januar 2024 als Referent verstärken und u.a. die Fachausschüsse Arbeits- und Steuerrecht betreuen. Der 53Jährige Diplom-Betriebswirt (FH) kommt von der WWK in München, wo er seit 15 Jahren arbeitet, derzeit als Referent für Grundsatzfragen. Klinger wird die aba Geschäftsstelle von München aus unterstützen.

Nach seinem Studium am Institut für Versicherungswesen der TH Köln arbeitete der gebürtige Wiesbadener für verschiedene Versicherungsunternehmen. Klinger ist außerdem gerichtlich zugelassener Rentenberater für den Teilbereich bAV und engagiert sich ehrenamtlich bei der Vereinigung der Versicherungsbetriebswirte e.V. (VVB). Um Interessenkonflikte zu vermeiden, wird er dieses Engagement jedoch schrittweise zurückfahren.

Heubeck: Lucius tritt kürzer

Die Kölner Heubeck AG hat gestern mitgeteilt, dass sie ihren versicherungsmathematischen Vorstand neu besetzen wird.

Friedemann Lucius, IVS und Heubeck.

Wie die das Aktuarshaus gegenüber LEITERbAV erklärte, haben sich der Aufsichtsrat und Friedemann Lucius, der die Rolle des versicherungsmathematischen Vorstands in den vergangenen zehn Jahren wahrgenommen hat, darauf verständigt, dass Lucius mit Wirkung zum 15. November 2023 sein Mandat als Vorstand niederlegt.

Wie die Heubeck AG weiter mitteilte, wird Lucius dem Unternehmen in einer neu geschaffenen Rolle als Chefaktuar des Unternehmens erhalten bleiben und so seine fachliche Expertise für das Unternehmen und dessen Kunden weiter einbringen. Bis zu einer Neubesetzung stehen die beiden Vorstandsmitglieder Tina Heubeck und Rainald Meyer der Heubeck AG vor.

Die 1946 in Köln gegründete Heubeck AG, heute zu 60% im Besitz der S-PensionsManagement GmbH (SPM), ist einer der bekanntesten Namen unter den deutschen bAV-Beratungshäusern. Nahezu ein Drittel aller berufsständischen Versorgungswerke sowie zwei Drittel aller ZVK nennt Heubeck als Kunden seiner aktuarielle Expertise.

DWS: Neuer Chef für Alternative Credit

Dan Robinson, DWS.

Die DWS hat Dan Robinson zum EMEA Head of Alternative Credit berufen, um ihre Präsenz im Bereich Private Credit weiter auszubauen. Das Haus nennt die Ernennung „Teil einer strategischen Initiative“ mit dem Ziel, ihr 114 Mrd. Euro schweres Alternatives-Geschäft weiter zu stärken, in dem sie mehr als 50 Jahre aktiv ist, besonders stark bei Immobilien, Infrastruktur und Liquid Real Assets.

Robinson ist ein Veteran der Branche mit mehr als 23 Jahren Erfahrung im Kreditgeschäft. Zuletzt war Robinson als Managing Partner of Capital Asset Solutions bei der Man Group verantwortlich für Multi Asset-Kredit-Lösungen für Versicherungen, institutionelle und private Kunden sowie für die Wachstumsstrategie im Bereich Private Equity geführter Offshore Rückversicherungen. Robinson war als Global Head of CLOs and Loans außerdem für die Entwicklung des Geschäfts mit strukturierten Kreditprodukten und Leveraged Loans der Man Group zuständig. Vorherige Stationen waren u.a. CIO Europe für CIFC Asset Management oder Head of Liquid Credit (Europe) bei Apollo Global Management.

Pensions Europe: Stabwechsel in Brüssel

Jerry Moriarty, IAPF und PensionsEurope. Foto IAPF.

Der europäische bAV-Verband PensionsEurope hat auf seiner Jahreshauptversammlung am 16. November mit Jerry Moriarty einen neuen Vorsitzenden gewählt. Moriarty ist CEO der Irish Association of Pension Funds (IAPF) und Mitglied der bAV-Stakeholder-Gruppe OPSG bei der EIOPA. Er folgt auf den Niederländer Janwillem Bouma, der seit 2015, also seit acht Jahren den Vorsitz von PensionsEurope innehatte.

PensionsEurope wählte außerdem Ann Verlinden von der belgischen PensioPlus und abas Klaus Stiefermann zu stellvertretenden Vorsitzenden. Stiefermann wurde damit im Amt bestätigt.

 

EbAV werden immer stärker in eine

allgemeine Finanzmarktregulierung einbezogen.“

 

Klaus Stiefermann, aba.

Stiefermann kommentierte: „Die politischen Herausforderungen auf europäischer Ebene und die Notwendigkeit einer starken Stimme für die zweite Säule sind größer denn je. EbAV werden immer stärker in eine allgemeine Finanzmarktregulierung einbezogen, wodurch die Spielräume für eine angemessene Berücksichtigung ihrer Besonderheiten kleiner zu werden drohen. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt aktuell der geplanten Überarbeitung der EbAV-II-Richtlinie als maßgebliche Rechtsgrundlage für die Tätigkeiten von Pensionskassen und Pensionsfonds. Aber auch die konkretisierenden Level-II-Regulierungen der DORA-Verordnung über IT-Sicherheit im Finanzsektor oder die Vorschläge für neue Zugangsrechte von Dienstleistern zu Finanzdaten im Rahmen der geplanten FIDA-Verordnung begleiten wir aktiv.“

Universal Investment: Pionier geht

Markus Neubauer, Universal Investment.

Hier der altgediente Manager, von dem im Vorspann die Rede ist: Nach 36 Jahren bei der Universal Investment verlässt mit Geschäftsführer Markus Neubauer einer der Pioniere des deutschen Master-KVG-Modells das Parkett.

Neubauer ist Ende Oktober in den Ruhestand getreten. 1987 begann der studierte Betriebswirt bei der Universal in Frankfurt, zunächst als Assistent der Geschäftsführung, seit 1999, also fast einem Vierteljahrhundert, ist er selbst Mitglied des Gremiums.

In seiner Rolle u.a. als Verantwortlicher für das Geschäft mit institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versorgungswerken oder Versicherungen war Neubauer v.a. an der Entwicklung des ersten segmentierten Spezialfonds beteiligt, bei dem in einem Fonds mehrere Segmente von je einem Asset Manager verwaltet werden – die Geburtsstunde der Master-KVG. Das typisch-deutsche Master-KVG-Modell hat sich bis heute breit etabliert, derzeit werden über 60% des gesamten Spezialfondsvermögens von branchenweit etwa zwei Bio. Euro nach diesem Masterfonds-Prinzip gesteuert, so die Universal, die sich hier als ein Vorreiter sieht – zu nennen sind hier sicher auch die CS sowie die DeAM mit Hilkas Hoechster Penka.

Die Universal Investment Gruppe verwaltet heute über 5.000 Fonds und Strukturen mit einem Gesamtvolumen von fast einer Bio. Euro und ist mit Luxemburg, Deutschland und Irland an den drei größten europäischen Fondsstandorten aktiv.

Union Investment: Frau vom Fach

Carola Schröder, Union Investment.

Carola Schroeder wird zum 1. Februar 2024 die Leitung des Segments Portfoliomanagement der Union Investment übernehmen und tritt damit die Nachfolge von Andreas Köster an, der das Haus Ende 2022 verlassen hatte.

Schroeder leitet künftig das Fondsmanagementteam mit 311 Beschäftigten und verantwortet die Strategie für ein Anlagevolumen liquider Assets in Höhe von rund 316 Mrd. Euro, teilte die Union mit.

Die 50-jährige Schroeder ist vom Fach, jedenfalls hat sie schon einiges gesehen im institutionellen Geschäft: Die Aktuarin war seit 2018 als Vorstand der Barmenia in Wuppertal u.a. für die Kapitalanlagen verantwortlich, davor vier Jahre als Bereichsleiterin des Kapitalanlagenmanagements bei der VPV Lebensversicherungs-AG in Stuttgart tätig. Frühere Stationen in Köln waren Director Risk Insurance bei der KPMG, Abteilungsleiterin für Asset Allocation und ALM bei der Gothaer Asset Management sowie Senior Specialist ALM der Gen Re Capital (Kölner Rück).1997 startete sie als Aktuarin und Projektleiterin bei der GE Frankona Re in München, wo sie zuvor Mathematik studiert hatte.

Die Union Investment, gegründet 1956 von mehr als einem Dutzend Genossenschaftsbanken und einigen wenigen Privatbanken, vereint heute unter ihrem Dach zahlreiche Tochterunternehmen, beschäftigt fast 4.000 Menschen und verwaltet für mehr als fünf Millionen Kunden über 400 Mrd. Euro.

Berenberg: EM Debt-Experte an Bord

Wei Lon Sun, Berenberg.

Berenberg baut seine Expertise im Anleihesegment für Emerging Markets aus: Das Wealth & Asset Management des Hauses hat sich zum 1. November 2023 mit Wei Lon Sung (34) verstärkt.

Sung, Experte für Schwellenländeranleihen mit Fokus Asien, verfügt über mehrjährige Erfahrung im Management von Anleihenfonds. Zuletzt arbeitete er als Fondsmanager für EM-Anleihen bei der Deka Investment, 2016 trat er bei der DekaBank ein. Sung verfügt über einen Master of Science in Financial Engineering und höhere Stochastik von der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Berenberg kündigte bereits weitere personelle Ergänzungen für sein FI-Team an.

Berenberg wurde 1590 gegründet und und sieht sich heute als eine der führenden europäischen Privatbanken. Das Bankhaus mit Sitz in Hamburg wird von phG geführt und hat Präsenzen u.a. in Frankfurt, London und New York. Mit einem Fokus auf unabhängige Beratung ist Berenberg in den Geschäftsbereichen Wealth and Asset Management, lnvestmentbank und Corporate Banking tätig. Das Wealth & Asset Management von Deutschlands ältester Privatbank verwaltet derzeit rund 40 Mrd. Euro.

BEOS: komplett im Vorstand

Matthias Schmidt, BEOS AG.

Matthias Schmidt macht das Vorstandsquartett der BEOS AG komplett: Mit Wirkung zum 1. Januar 2024 hat der Aufsichtsrat den 51Jährigen zum neuen Vorstandsmitglied des Projektentwicklers und Asset Managers für Unternehmensimmobilien berufen.

Der Immobilienökonom und Diplom-Wirtschaftsingenieur ergänzt damit den bestehenden Vorstand rund um Jan Plückhahn, Christina Schädler und Hendrik Staiger. Neben den Standorten Hamburg und Berlin wird er künftig die Bereiche Bauen, TAM (Technisches Asset Management) und Development verantworten.

In den vergangenen 15 Jahren war der gebürtige Berliner Schmidt bei der CA Immo Deutschland GmbH beschäftigt, zuletzt als Geschäftsführer.

Durch die Berufung des seinerzeitigen Vorstandssprechers der BEOS, Holger Matheis, zum CEO von Swiss Life Asset Managers in Deutschland war der Vorstand ab dem 1. Juli 2023 kurzzeitig auf drei Personen beschränkt. Mit Schmidt ist das Gremium nun komplett.

Die BEOS AG, zur Swiss Life Asset Managers gehörig, sieht sich als einen führenden Asset Manager und Entwickler von Unternehmensimmobilien in Deutschland. Das 1997 gegründete Unternehmen bearbeitet mit einem rund 250-köpfigen, interdisziplinären Team einen Bestand gemischt genutzter, gewerblicher Immobilien mit rund 4,4 Mio. qm Mietfläche und mehr als 7,1 Mrd. Euro AuM (Mitte 2023). Zusätzlich zum Bestand werden in den kommenden Jahren mehr als 300.000 qm Neubaufläche projektiert, knapp 100.000 qm davon werden aktuell schon realisiert.

Ready 4 Impact: Neuer ESG-Placement Agent in Berlin

Daniel Wolbert, Ready 4 Impact.

Wie die Portfolio Institutionell berichtet, ist Daniel Wolbert, ehemaliger Leiter Kapitalanlagen des Verka-Verbunds, jetzt Partner des in Berlin neugegründeten Placement-Agenten für Impact Investments namens Ready 4 Impact. Ein Teil des Investment Teams der Verka wechselte offenbar mit zu dem Newcomer.

Laut PI wird Wolbert in seiner Funktion als Institutional Partner von Ready 4 Impact v.a. für den institutionellen Vertrieb u.a. bei kirchlichen Einrichtungen, für Versorgungswerke, Pensionskassen und Lebensversicherer verantwortlich zeichnen. Mit Wolbert ist, wie die PI weiss, auch dessen damalige Stellvertreterin, Alexandra Haase, von der Verka (deren Kapitalanlagen seit kurzem mit Uwe Hermann einen neuen Verantwortlichen haben) zu der Neugründung gewechselt, dort nun als Investor Relations Managerin.

Die Ready 4 Impact GmbH ist ein neuer Akteur im Bereich des ESG- bzw. Impact-Investing. Das unabhängige und ausschließlich auf das Sourcing und die Vermittlung von ESG- und Impact-Investments spezialisierte Unternehmen ist produktseitig fokussiert auf nachhaltige Infrastruktur-, Immobilien-, Private-Equity- und Venture-Capital-Produkte sowie sonstige möglichst breit aufgestellte Impact-Strategien etwa in den Bereichen Micro-Investing oder nachhaltige Land- und Forstwirtschaft.

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Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

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