Zumindest auf den letzten Metern hat sich die Reform der privaten Altersvorsorgegeradezu als Sprinter entpuppt. Jedenfalls hat die zweite Kammer vor wenigen Stunden dem Gesetz zur Einführung des neuen Altersvorsorgedepots zugestimmt. Und: Ein erstes Depot ist kurz darauf bereits in ersten Einzelheiten kommuniziert worden.
Tempo zum Ersten: Heute Vormittag hat der Bundesrat der vom Bundestag beschlossenen Reform der privaten Altersvorsorge zugestimmt (der Bundesrat hatte seinerzeit im BT-Finanzausschuss noch Anpassungen veranlassen können). Gleichzeitig unterbreiteten die Länder heute Vorschläge zum Verwalten und Ausgestalten des neuen Angebots.

Zusammen mit seiner Zustimmung fasste der Bundesrat eine Entschließung, mit der er die Bundesregierung bittet, zu prüfen, ob die Deutsche Bundesbank die Vermögensverwaltung für das – in der Branche skeptisch gesehene – staatliche Standardprodukt übernehmen könne. Außerdem spricht er sich dafür aus, dieses möglichst so auszugestalten, dass die Anleger auch eine Variante wählen können, welche Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt.
Das kann man sicher als smarten Move sehen, genießt die Bundesbank doch zumindest abseits der Fachwelt sicher nach wie vor einen exzellenten Ruf im Lande.
Fidelity International launcht Altersvorsorgedepot
Tempo zum Zweiten: Der erste Anbieter nennt schon heute technische Einzelheiten: Fidelity International wird zum 1. Januar 2027 ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot anbieten. Das haben die Kronberger unmittelbar nach Bundesrats-Entscheidung kundgetan. Geplant sei eine integrierte, digitale Vorsorgelösung für Privatkunden sowie Berater und Pools auf der Investmentplattform FFB.
„Wir verbinden aktives Management und globale Altersvorsorge-Expertise mit einer etablierten Investmentplattform (FFB) und einem maßgeschneiderten Gleitpfad, was nur wenige Anbieter können,“ sagt Susanna Wooders. „Weltweit verwalten wir als Gruppe über 780 Mrd. Euro in Lebenszyklusstrategien”, verweist die Deutschlandchefin von Fidelity International auf die Erfahrung des Hauses.

Das Angebot von Fidelity solle ein Premium-Produkt aus aktiven ETFs sowie ein ergänzendes Standardprodukt aus kosteneffizienten, passiven Indexfonds umfassen. Das Premium-Produkt werde aktiv über einen maßgeschneiderten Gleitpfad begleitet, um Anlegern zusätzliche Renditechancen zu bieten: Die Anlagestrategie passe sich mit zunehmender Nähe zum Ruhestand schrittweise an und berücksichtigt Marktbedingungen ebenso wie die jeweilige Lebensphase des Anlegers. „Anstelle starrer Regeln setzen wir auf eine flexible Allokation mit modernen, research-basierten ETFs“, erklärt Wooders den Ansatz.
Der überwiegende Teil des Gesetzes tritt am Tag nach dessen Verkündung in Kraft. Zuvor muss es von der Bundesregierung gegengezeichnet und vom Bundespräsidenten ausgefertigt werden.
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