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PSV legt Jahresabschluss 2025 vor:

Kein Alarm in Köln

Die Schlagzeilen der deutschen Wirtschaft sind seit Jahren schrill und schlecht, und ständig muss man fürchten, dass der Niedergang doch auf die Insolvenzsicherung der deutschen bAV durchschlagen müsse. Nun hat der Pensions-Sicherungs-Verein seinen Jahresabschluss vorgelegt, und auch für das vergangene Jahr können die Kölner nicht mit Dramen dienen. Gleichwohl bleibt der Ausblick durchwachsen. Und einer bringt sowieso alles durcheinander, überall.

Gestern hat der Pensions-Sicherungs-Verein VVaG seinen Geschäftsbericht 2025 für sein 51. Geschäftsjahr veröffentlicht. Zunächst die Kernergebnisse:

  • Schadenvolumen 653 Mio. Euro (ca. 7% unter VJ).

  • Beitragsvolumen 496 Mio. Euro (VJ 171, wg. hoher RfB)

  • Zahl der eintrittspflichtigen Insolvenzen: 614 (VJ 504), +22%

  • Zahl der neu zu sichernden VB 37.500 (VJ 48.600).

  • Schadenvolumen: 653 Mio. Euro (VJ 703 Mio. Euro). Dabei ist es in 60 Fällen mit 1.900 VB gelungen, die bAV vollständig bzw. teilweise zurück auf den jeweiligen Arbeitgeber zu übertragen, der nach Insolvenz den Geschäftsbetrieb fortgeführt hat; Effekt: 40 Mio. Euro.

  • Rückflüsse aus Insolvenzforderungen: 143 Mio. Euro (VJ 162 Mio. Euro).

Marko Brambach und Benedikt Köster, PSV.
  • Wertzuwachs der Kapitalanlagen: 4% auf 8,714 Mrd. Euro.

  • Erträge aus Kapitalanlagen: 115 Mio. Euro.

  • Überschussbeteiligung des Konsortiums: 251 Mio. Euro.

  • Zuführung zum Ausgleichsfonds 103 Mio. Euro. Damit hat dieser mit 3,6 Mrd. Euro seine Zielgröße von 9 Promille der Beitragsbemessungsgrundlage von 402 Mrd. Euro wieder erreicht.

Einzelheiten: RfB bekommt Cash-Spritze

Im November 2025 hatte der PSVaG seinen Beitragssatz auf 1,2 Promille festgelegt und war dabei von einem erforderlichen Beitrag in Höhe von 496 Mio. Euro ausgegangen.

Dieser Satz liegt, wie der PSV erläutert, einerseits deutlich über dem des VJ von 0,4 Promille, andererseits aber unter dem 10-J-Durchschnitt von 1,7 Promille und dem aller 51 Geschäftsjahre von 2,5 Promille.

Da ein signifikanter Teil der in den letzten Monaten des Jahres 2025 beantragten Insolvenzen nicht mehr bis zum Jahresende eröffnet wurde, entwickelte sich insb. das Schadenvolumen deutlich günstiger, als der PSV zum Zeitpunkt der Beitragskalkulation angenommen hatte. Zusätzlich zeigte sich auch das Kapitalanlageergebnis in diesem Zeitraum positiver als erwartet.Quelle: PSVaG. Grafik zur Volldarstellung anklicken.

Vor diesem Hintergrund vermelden die Kölner, dass sich die finanzielle Situation im Jahresabschluss besser darstellt als zunächst prognostiziert.

In der Folge konnten insgesamt 412 Mio. Euro (VJ 327 Mio. Euro) in die RfB eingestellt werden, die sich mindernd auf den Beitragssatz für 2026 auswirken wird. Und diese RfB wird man möglicherweise auch brauchen, denn …

Aktuelle Entwicklung 2026

… wenn also ein signifikanter Teil der Ende 2025 beantragten Insolvenzen erst 2026 eröffnet wurde, überrascht wenig, dass die Zahl der neuen eintrittspflichtigen Insolvenzanträge im QI 2026 um fast 30% höher als im VJ lag.

Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen erscheinen zunehmend instabil.

Märkte & Moneten

Der PSV ist mit denselben Verwerfungen konfrontiert wie alle anderen Anleger auch. Der Vorstand fasst zusammen, was die Märkte derzeit jeden Tag zeigen: „Der Ausblick auf die Kapitalmärkte ist noch stärker als sonst von Unsicherheit geprägt. Bisherige Gewissheiten schwinden in enormem Tempo, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen erscheinen zunehmend instabil. Damit ist die Geopolitik unverändert ein hoher Risikofaktor.“ Das trifft’s, könnte man auch in diesen Monaten noch prägnanter in nur einem Wort ausdrücken: „Donald!“

Quelle: PSVaG. Grafik zur Volldarstellung anklicken.

Im Einzelnen: Die SAA orientiert sich am Zeithorizont der entsprechenden Verpflichtungen. Der größte Teil der Anlagen wird im Direktbestand geführt, Anlagehorizont bis zu 15 Jahre. Insbesondere in diesem Direktbestand (Inhaber- und Namensschuldverschreibungen, Loans und Termingelder) wird auf angemessene Bonität geachtet. Aufgrund der hohen Qualität der Titel (Durchschnittsrating im Bestand AA-) erwartet der PSV auch künftig keine Ausfälle.

Dem hohen Stellenwert der Qualität wurde mit Neuanlagen in Staaten oder staatsnahen Emittenten (34%) und Pfandbriefe (55%) Rechnung getragen. Auch über alle Neuanlagen hinweg lag das Rating im Durchschnitt bei AA-.

Duration: Bei den Festverzinslichen im Direktbestand ergeben sich die Laufzeiten v.a. aus dem Cashflow-Matching. Dabei werden die Titel grundsätzlich bis zur Endfälligkeit gehalten, denn dies vermeidet Transaktionskosten. Neben der Bonität wird auch auf die regionale und insb. sektorale Diversifikation geachtet, so der PSV.

Zahlen, Daten, Fakten und MV

Zur sozialpolitischen Bedeutung der Insolvenzsicherung Ende 2025:

  • ca. 104.200 Arbeitgeber mit insolvenzsicherungspflichtiger bAV gemeldet (VJ103.050); Anstieg v.a. wegen weiterer Meldungen für PK-Zusagen.

  • über 14 Mio. VB unter Insolvenzschutz, 4,7 Mio. Rentner und 9,6 Mio. Arbeitnehmer mit Unverfallbaren.

  • seit Bestehen Ansprüche von 1,69 Mio. VB in D und LUX gesichert.

  • 5,4% der Mitglieder leisten über 90% der Beiträge und verursachen über 55% der Schäden.

  • Direktzahlungen an VB: 75 Mio. Euro.

  • Rentenzahlungen durch das Konsortium: 852 Mio. Euro.

  • Beitragsbemessungsgrundlage nach DFW: DZ immer noch 85,9% vor UK mit 10,3%, PK 2,3% und PF 1,5%.

Die Mitgliederversammlung findet am 16. Juni am Geschäftssitz des PSVaG in Köln-Schääl Sick statt. Dann gibt es wie stets die erste Prognose zum Beitragssatz 2026.

Der PSV-Geschäftsbericht 2025 findet sich hier.

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

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