Das Forum für das institutionelle deutsche Pensionswesen


Menschen to mention (CXXII):

Vom Dritten und Achten

Ein auf Infrastruktur spezialisierter General Partner hat einen Deutschlandchef engagiert und baut seine deutsche Basis in München auf, eine Akademie unternimmt eine Generationennachfolge, und in der thüringischen Landeshauptstadt hat es Berufungen gegeben, die für das institutionelle Pensionswesen äußerst relevant sind. Denn statt nur eines Senates am BAG „hat“ die bAV künftig deren zweie.

Nach der jüngsten Personalmeldung hier und heute erneut Parkett-Bewegung auf PENSIONSINDUSTRIES:

Zürich und München: George neuer Deutschlandchef der EIP

Die Energy Infrastructure Partners AG hat Gino George zum Head of Germany & Austria berufen. Unter seiner Führung eröffnen die Schweizer ein Büro in München und planen, ein lokales Team aufzubauen, um deutsche institutionelle Investoren enger betreuen zu können.

Gino George, Energy Infrastructure Partners.

George ist vom Fach: Der in Köln studierte Wirtschaftsmathematiker und CFA kommt von Wellington, wo er die vergangenen 3,5 Jahre die Funktion des Head of Institutional Business Germany & Austria bekleidete. Zuvor war er neun Jahre bei Pimco, zuletzt als Vice President, und davor 2,5 Jahre bei der Coba.


Die Energy Infrastructure Partners AG mit Hauptsitz in Zürich konzentriert sich in ihren Investitionen auf die drei Megatrends Dekarbonisierung, Elektrifizierung und Sicherheit, setzt dabei auf enge Partnerschaften mit Versorgern und dem öffentlichen Sektor und vermeldet 7,5 Mrd. Euro AuM.

Erfurt zum ersten: Kreutzberg-Kowalczyk verstärkt den Dritten Senat

Matthias Kreutzberg-Kowalczyk, BAG.

In „unserem“ Dritten gibt es Verstärkung: Der Bundespräsident hat den Vorsitzenden Richter am Hessischen LAG Matthias Kreutzberg-Kowalczyk zum Richter am Bundesarbeitsgericht ernannt. Zugewiesen wurde er dem Dritten Senat.

Kreutzberg-Kowalczyk, geb. 1979 in Halberstadt, legte die Zweite juristische Staatsprüfung 2009 in Wiesbaden ab und trat im Oktober 2009 in die Hessische Arbeitsgerichtsbarkeit ein – Bad Hersfeld, Fulda, Kassel und Frankfurt.

2021 erfolgte seine Ernennung zum Vorsitzenden Richter am LAG, wo er bis zuletzt tätig gewesen ist.

Erfurt kennt Kreutzberg-Kowalczyk schon, war er doch von Juli 2015 bis Juni 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das BAG abgeordnet.

Im Dritten folgt Kreutzberg-Kowalczyk auf Prof. Sebastian Roloff, der zum stellv. Vorsitzenden im Achten Senat berufen worden ist. Um den Achten geht es auch im folgenden Beitrag:

Erfurt zum zweiten: Krumbiegel sitzt dem Achten Senat vor

Markus Krumbiegel, BAG.

Außerdem hat der Bundespräsident den Richter am BAG Markus Krumbiegel mit Wirkung vom 1. März zum Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht ernannt.

Krumbiegel, geb.1971, legte die Zweite juristische Staatsprüfung 1999 in seiner Geburtsstadt Nürnberg ab. Zunächst bayerischer Beamter des höheren Dienstes, trat er 2001 in die Arbeitsgerichtsbarkeit des Freistaats ein und war dort an verschiedenen Standorten tätig. Auch Krumbiegel kennt Erfurt: Von 2007 bis 2008 war auch er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das BAG abgeordnet.

2013 wurde er dann dort zum Bundesrichter ernannt, zunächst im Sechsten Senat, doch seit 2023 als stellv. Vorsitzender des Achten. Ebendort übernimmt er nun in der Nachfolge des an das BVerfG berufenen, uns noch wohlbekanntenGünter Spinner den Vorsitz.

Der Achte Senat ist v.a. zuständig für Schadensersatz und Entschädigung – u.a.nach dem AGG –, für Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Entgelttransparenzgesetz, für das Wettbewerbs- und das Zwangsvollstreckungsrecht und Konkurrentenklagen.

Aber: Warum findet der Achte Senat hier Erwähnung, wo doch die bAV im Dritten behandelt wird? Weil hier auf das Pensionswesen einiges zukommt: Die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie wird für die deutsche bAV nicht weniger als eine juristische Großbaustelle werden, die dieses Parkett in Zukunft noch ausgiebig beschäftigen wird – und diese Großbaustelle wird im Achten Senat abgearbeitet werden; verwiesen sei hier auf den Fall vom vergangenen Oktober, der sich um einen Anspruch auf Entgeltdifferenz wegen Geschlechtsdiskriminierung drehte und sicher nur ein kleiner Auftakt zu dem ist, was man diesbezüglich in den nächsten Jahren wird zu vergegenwärtigen haben.

Mehr zu dem Thema in Kürze auf PENSIONSINDUSTRIES.

Frankfurt: Beirats-Nachfolge bei der Pensions-Akademie

Bei der Pensions-Akademie hat es zum Jahreswechsel zwei Wechsel im Beirat gegeben:

Als Nachfolger der nach satten zehn Jahren ausgeschiedenen PA-Gründungsmitglieder Karl-Peter Bertzel (weiland Vorstand der PK Berolina VVaG) und Prof. Thomas Keil (Vizepräsident der Provadis Hochschule) sind Jana Desirée Wunderlich und Jan H. Grabbe in das Gremium eingetreten.

Jana Desirée Wunderlich, Hannoversche Kassen, und Jan H. Grabbe, Clifford Chance, folgen auf …

Wunderlich ist seit 2005 bei den Hannoverschen Kassen. In dem ethisch-sozial orientierten Unternehmensverbund verantwortete sie von 2013 bis 2023 die Kapitalanlagen der beiden regulierten Pensionskassen und hat den Entwicklungsprozess zur nachhaltigen Ausrichtung der Kapitalanlagen maßgeblich geprägt. 2023 trat Wunderlich in den Vorstand ein.

Jan H. Grabbe, RA und StB, ist seit 2003 bei Clifford Chance in Frankfurt tätig, seit 2012 als Partner. Er berät Initiatoren und institutionelle Investoren bei der Strukturierung von Fonds und Kapitalanlagen. In diesem März übernimmt er zusätzlich eine Professur für Steuer- und Wirtschaftsprivatrecht an der Hochschule Mainz.

Thomas Keil und Karl-Peter Bertzel.

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

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