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P●I am Nachmittag – 13. Deutscher bAV-Preis verliehen:

The Prize is high

Jüngst gab es in Berlin mal wieder Treppchen zu besetzen, und das bereits zum13. Mal. Und was macht aus Teilnehmern Sieger? Von Modulen, Matching undMittelstands-Meilensteinen, von starken Signalen und sozialverantwortlichen Arbeitgebern, von mehr Gesundheit und fehlendem Fachjargon und mehr …

Gestern in Berlin: Innovative Vorsorgemodelle aus Industrie, Sozialwirtschaft und Mittelstand werden mit dem Deutschen bAV-Preis 2026 ausgezeichnet, und das zum 13. Male. Dieses Jahr auf dem Treppchen in der Kategorie „Großunternehmen“: Dow Deutschland, die Schaeffler AG und die Commerzbank AG; bei den KMU sind es die AWO BV Unterfranken, der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen sowie das Autohaus Eberhardt Flügel GmbH & Co. KG.

Vielfalt heißt nicht nur Komplexität, sondern auch viele Möglichkeiten

Martin Werding, Ruhr-Uni Bochum. Foto: Sachverständigenrat.

Auch 2026 zeigte sich wie im Vorjahr Vielfalt: „Die Einreichungen verdeutlichen, wie kreativ Unternehmen heute die Möglichkeiten der bAV nutzen“, erklärte die Jury. Besonders bemerkenswert sei, dass nicht nur große Konzerne, sondern auch kleinere Betriebe zunehmend überzeugende Konzepte umsetzen. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass leistungsfähige bAV-Modelle in Unternehmen jeder Größe realisierbar sind“, betonte Prof. Martin Werding von der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung.

Thomas Jasper, WTW.

„Angesichts des demografischen Wandels wird die bAV immer stärker zu einem zentralen Baustein moderner Personalpolitik“, erklärt Thomas Jasper, Head of Retirement für Westeuropa bei WTW, und „Unternehmen, die ihre MA bei dem langfristigen Vermögensaufbau unterstützen, leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Stabilität, sondern stärken auch nachhaltig ihre Attraktivität als Arbeitgeber.“

Zu den Preisträgern des 13. Deutschen bAV-Preises: Kategorie Großunternehmen

1. Platz: Dow Deutschland : Einheitliches und zukunftsfähiges bAV-System

Der Dow Pension Plan: bundesweit einheitliches, modulares bAV-System, das Arbeitgeber-und -nehmerbeiträge intelligent miteinander verzahnt. Das Modell kombiniert Matching und Opt out mit Kapitalmarktorientierung sowie der Sicherheit einer teilweisen Innenfinanzierung. Dazu: kollektiv organisierter Risikoschutz ohne Wartezeiten. Ziel: Komplexität reduzieren und einheitliche Versorgung über alle Gesellschaften hinweg zu schaffen. Teilnahmequote bei Neueintritten: sehr hoch.

„Ein modernes Versorgungssystem, das Flexibilität, Transparenz und attraktive Arbeitgeberförderung überzeugend verbindet“, so die Jury.

2. Platz: Schaeffler AG: Moderner Pensionplan mit Kapitalmarktchancen

Schaeffler Pensionplan (SPP) von 2023: Aufbau eines Versorgungsguthabens über Kapitalmarktanlagen. Im Versorgungsfall Wahl zwischen Einmalzahlung, Raten oder lebenslanger Rente. Im Zuge der Integration von Vitesco erging ein Wechselangebot mit Vergleichsrechnungen, ebenso an die Schaeffler-MA, die 2023 noch nicht in den SPP gewechselt waren: über 70% Annahmequote unter den Ex-Vitesco-MA und mehr als zwei Drittel unter den Schaeffler-MA.

„Ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Unternehmen komplexe Transformationsprozesse in der bAV mit Blick auf die MA gestalten können“, betont die Jury. Der neue Plan vereinfachedie Governance der Altersversorgung und stärke die Finanzierungssicherheit.

3. Platz: Commerzbank AG bAV-Kommunikation für Young Talents

Die Coba setzt in der bAV auf ein speziell für Young Talents entwickeltes Kommunikationskonzept. Mit kurzen Videos, interaktiven Veranstaltungen und verständlicher Sprache ohne Fachjargon sollen Azubis, Studis und Berufseinsteiger früh Orientierung im „Altersvorsorge-Dschungel“ erhalten (erinnert etwas an Petrys BASF). Ziel: bereits zu Beginn des Berufslebens Wissen und Transparenz rund um Altersvorsorge zu schaffen.

Deutscher bAV-Preis 2026: Die Sieger unter den Großunternehmen.

„Ein zeitgemäßer Ansatz, der komplexe Vorsorgethemen für junge Zielgruppen verständlich und attraktiv vermittelt“, betont die Jury. Außerdem stärke das Konzept die Wahrnehmung der bAV als wertvolles Benefit und trage zu Zufriedenheit, Bindung und finanzieller Sicherheit der MA bei.

Die Preisträger in der Kategorie KMU: Zwei Erste

Den ersten Platz unter den KMU teilen sich die AWO BV Unterfranken e.V. und der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e.V. (WBO)

1. Platz: AWO Bezirksverband Unterfranken e. V.: Sozialpartnermodell mit reiner Beitragszusage

Der AWO BV Unterfranken hat gemeinsam mit ver.di im Sommer `25 eine rBZ im SPM eingeführt – und vielen Beschäftigten erstmals eine spürbare arbeitgeberfinanzierte bAV ermöglicht. Das Modell kombiniert obligatorischen Zugang, kollektive Sicherungsmechanismen und professionelle Kapitalanlage.

„Ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Sozialpartnermodelle Vertrauen und Verlässlichkeit in der Altersvorsorge schaffen können“, betont die Jury. Gleichzeitig stärke die neue Lösung die Arbeitgeberattraktivität und unterstreiche das Selbstverständnis der Organisation als sozial verantwortlicher Arbeitgeber.

1. Platz: WBO – Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen e. V. BusRente BW – Branchenlösung für den Mittelstand

Mit der BusRente BW hat der WBO ein branchenweites Vorsorgemodell geschaffen, das mehr als 8.000 Beschäftigte aus rund 320 überwiegend familiengeführten Mitgliedsunternehmen erreicht. Das Modell zählt zu den ersten flächendeckenden SPM mit rBZ im Mittelstand und kombiniert chancenorientierte Kapitalanlage mit klaren Sicherungsmechanismen sowie einer haftungsfreien Arbeitgeberrolle.

„Ein Meilenstein für den Mittelstand und ein starkes Signal für moderne Altersvorsorge in einer ganzen Branche“, betont die Jury. Einheitliche digitale Prozesse würden die Umsetzung erleichtern, die Arbeitgeberattraktivität der Busunternehmen stärken und ein hochwertiges Vorsorgeangebot für alle Beschäftigten schaffen.

3. Platz: Autohaus Eberhardt Flügel GmbH & Co. KG: Altersvorsorge und Gesundheitsbudget aus einer Hand

Das Autohaus Eberhardt Flügel setzt auf ein Versorgungskonzept, das Altersvorsorge und Gesundheitsförderung miteinander verbindet. Neben einem arbeitgeberfinanzierten bAV-Beitrag unterstützt das Unternehmen die Entgeltumwandlung seiner MA mit einem Zuschuss von 20%. Ergänzend steht allen Beschäftigten ein jährliches Gesundheitsbudget von 600 Euro zur Verfügung, das individuell etwa für Vorsorgeuntersuchungen, Sehhilfen oder Zahnvorsorge eingesetzt werden kann.

Deutscher bAV-Preis: die Sieger unter den KMU.

„Ein ganzheitlicher Ansatz, der finanzielle Vorsorge und Gesundheitsleistungen sinnvoll kombiniert“, hebt die Jury hervor. Das Modell solle Wertschätzung ausdrücken und gleichzeitig Motivation sowie Bindung der Mitarbeitenden stärken.

Die diesjährige Jury

Die Mitglieder der unabhängigen Jury des Deutschen bAV-Preises 2026 sind:

Martin Brixner – Senior Manager Internationale Investment- und Treuhandstrukturen, Airbus

Sylke Fleischhut – Direktorin Personal, August Storck KG

Horst Grögler – Pension Asset Management, Traton SE

Klaus Morgenstern – Fachjournalist

Sabine Oxenknecht – Head of Pension, Sick AG

Sabine Payne – HR Performance & Reward – Benefits, Deutsche Bank AG

Georg Thurnes – ThurnesbAV.

Szenetreff

Initiiert wurde der Deutsche bAV-Preis 2013 von MCC und WTW. Unterstützung erhält dieser Vorstoß von zahlreichen Stakeholdern: die BDA, der BDI, das DIA sowie das ddn – Das Demographie Netzwerk e.V.,

Ebenso zählen namhafte Unternehmen wie adesso, Allianz, AXA, BVV, Caceis, Ergo, Fidelity International und Metzler Pension Management zu den Partnern des Deutschen bAV-Preises. PENSIONSINDUSTRIES ist einer der Medienpartner.

Deutscher bAV-Preis 2026, die gesamte Truppe.

Anm. d. Red. in eigener Sache: Seit Gründung dieser Plattform im Jahre 2013 herrscht hier das eherne Prinzip vor, dass die Leserschaft täglich (abgesehen von Sondermeldungen) nur mit einer einzigen Meldung behelligt wird. Seit Anfang Juli 2025 muss hiervon etwas abgewichen werden, denn die Dichte der Nachrichtenlage macht es nötig, im Falle erhöhten Aufkommens zuweilen auch Nachmittagsmeldungen zu veröffentlichen.

Das zur heutigen Headline anregende Kulturstück findet sich hier:

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

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