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BaFin-Stresstest 2025:

8 + 2 = 10

Im Vergleich zum Vorjahr haben zehn Pensionskassen den aktuellen Stresstest der BaFin zum Jahresende 2025 nicht in allen Szenarien bestanden. Das erfuhr PENSIONSINDUSTRIES heute morgen von der Aufsicht. Das sind zwar zwei mehr als im Vorjahr, aber immer noch acht weniger als 2023. Die BaFin hatte die Szenarien erneut leicht verschärft, allerdings von einer zeitweilig geplanten einschneidenden Maßnahme Abstand genommen. Und: Eine bestimmte, besonders intensive Form der Aufsicht erscheint derzeit nicht mehr nötig.

Die BaFin hat gegenüber PENSIONSINDUSTRIES Einzelheiten zum jüngsten PK-Stresstest Ende 2025 bekanntgegeben: 115 von 124 Pensionskassen unter BaFin-Aufsicht haben einen Stresstest vorgelegt; neun Kassen waren von der Pflicht zur Vorlage des Stresstests befreit (dies erfolgt idR dann, wenn die Risikotragfähigkeit aufgrund risikoarmer Kapitalanlagen ohnehin gegeben ist). Im Vorjahr waren es nur 8 Einrichtungen, welche die Latte gerissen hatten. Doch 2023 waren es immerhin noch deren 18.

Julia Wiens, BaFin. Foto: BaFin Matthias Sandmann.

Der Stresstest simulierte wie üblich mit vier Stressszenarien eine kurzfristige, adverse Kapitalmarktveränderung und betrachtete die bilanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen für die Pensionskassen – dergestalt, ob eine Kasse nach einem Stress voraussichtlich noch die Eigenmittelvorschriften zum nächsten Bilanzstichtag erfüllen kann.

Der Test umfasste ein Marktänderungsrisiko für Aktien, Festverzinsliche (im Umlaufvermögen) und Immobilien sowie ein Bonitätsrisiko für Fixed Income. Im isolierten Aktienszenario wurde ein Kursrückgang von 45% (VJ 41%, davor 38%) simuliert.

Wie üblich machte die Anstalt keine Angaben, um welche Kassen es sich handelt, ob die Nicht-Besteher unter intensivierter Aufsicht sind oder nicht, ob es sich um regulierte oder nicht-regulierte Einrichtungen handelt, ob sie für den Neuzugang geschlossen sind oder nicht, ob es noch Arbeitgeber als TU gibt oder nicht und wie schwer die Defizite sind.

Real Estate: Geplante Verschärfung blieb aus

Bekanntlich hatte die BaFin zeitweilig vor, Immobilien im PK-Stresstest mit 25% zu stressen. Davon hat sie schließlich, zumindest vorläufig, wieder abgesehen. Vermutlich hätte die Zahl der Nicht-Besteher dann höher gelegen.

Apropos Nicht-Besteher: Die Anstalt wird nicht müde, darauf hinzuweisen dass es sich bei dem Stresstest ausdrücklich nicht um eine „Pass or fail Exercise“ handelt. Sie nutzt den Terminus „Nicht-Besteher“ nicht, erst recht nicht „Durchfaller“, da technisch nicht ganz zutreffend. Stattdessen spricht sie von der „Vorlage eines negativen Ergebnisses“.

Ausreichende kurzfristige Risikotragfähigkeit“

In einer ersten Reaktion hielt die Anstalt gegenüber PENSIONSINDUSTRIES in ihrer grundsätzlichen Bewertung aus dem Vorjahr fest:

Die Ergebnisse des Stresstests zeigen, dass der weit überwiegende Teil der Pensionskassen – 114 von 124 Kassen bzw. 92% – auch in Stresssituationen eine ausreichende kurzfristige Risikotragfähigkeit aufweist.“

Dabei vergisst die Anstalt nie zu betonen, dass der Stresstest nur die kurzfristige Risikotragfähigkeit bzw. Widerstandsfähigkeit der Pensionskassen bei adversen Kapitalmarktveränderungen misst.

Bekanntlich hat die Sache Pensions stets gewisse Ambivalenz. Auch die BaFin verwies gegenüber der Redaktion erneut darauf, dass der deutliche Zinsanstieg 2022 und der damit einhergehende Rückgang der Bewertungsreserven bzw. die Entstehung der stillen Lasten sich zwar zunächst belastend auf die Risikotragfähigkeit der Pensionskassen ausgewirkt hat. Umgekehrt wirkt das derzeitige Zinsniveau unmittelbar positiv auf die Neu- und Wiederanlage, was sich mittel- bis langfristig positiv auf die Fähigkeit der Kassen, den Rechnungszins zu erwirtschaften, auswirken sollte. Bei IAS-19-Bilanzierern zeigt sich ein solcher Effekt bekanntlich verzögerungsfrei.

Intensiv-Aufsicht derzeit nicht nötig

Und was ist mit den Kassen unter intensivierter Aufsicht? Vor einem Jahr bezifferte die BaFin deren Anzahl grob auf „weniger als 20“. Nun erklärte die Anstalt gegenüber der Redaktion, dass sie für eine intensivierte Aufsicht in der bisherigen Form aktuell keine Notwendigkeit sehe. Die Lage der Pensionskassen habe sich durch die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre deutlich verbessert. Viele Kassen seien gut aufgestellt und zukunftsfähig.

Pascal Bazzazi im Gespräch mit Julia Wiens im März in Bonn. Foto: Norbert Pieper.

Gleichwohl stünden Pensionskassen weiterhin vor großen Herausforderungen, so die Anstalt weiter, u.a. bei Sicherheiten in den Rechnungsgrundlagen, Solvabilitätsanforderungen und Governance. Einzelne Kassen könnten– abhängig von der weiteren Entwicklung der Finanzmärkte – durchaus Probleme bekommen. „Wir behalten die Lage der Pensionskassen daher sehr aufmerksam im Blick. Wir schauen besonders bei denjenigen Kassen genauer hin, die aktuell oder perspektivisch keine ausreichende Bedeckung der Solvabilitätskapitalanforderungen sicherstellen können“, so ein BaFin-Sprecher gegenüber PENSIONSINDUSTRIES.

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Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

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