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P●I am Nachmittag – Planvermögen, Dotierungen, Verpflichtungen und Rechnungszins im DAX Ende 2025 (II):

Funding Ratio at it’s best

Ein Consultant legt seine Analyse der Pensionswerke 2025 im DAX-40 vor: Der Ausfinanzierungsgrad steigt auf hohem Niveau weiter. Das eröffnet Spielräume auch im Outside Funding, und genau ein solches gibt es auf stattlichem Niveau just im Bankwesen zu vermelden – wo eine DBO von Hamburg nach Stuttgart wandert.

Nachdem Mercer schon ein wenig traditionell zum Jahresbeginn eine erste grobe „Hochrechnung“ zu DBO/Plan Assets im DAX zum Vorjahresende vorgelegt hatte, folgte nun Consultant WTW mit seiner Analyse „DAX-Pensionswerke 2025” (basierend auf 30 ausgewerteten Geschäftsberichten der 40 DAX Unternehmen, damit 94% der gesamten DAX-DBO und -Plan Assets umfassend).

Kernergebnisse:

  • DBO 298 Mrd. Euro: -6,3% zum VJ.

  • Rechnungszins 4,10% im Median: + 67 BP zum VJ.

  • Plan Assets (mit höheren Auszahlungen als Dotierungen) 258 Mrd. Euro: -1,1% zum VJ.

  • Ausfinanzierungsgrad mit 87% auf ATH, d.h. +5 Punkte zum VJ.

Quintessenz der WTW-Experten: Die strategische Steuerung der Kapitalanlagen wird angesichts volatiler Märkte wichtiger, doch der hohe Zins und die robusten Märkte eröffnen neuen Spielraum für De-Risking und Pension Buyouts, während die anhaltende Vola der Kapitalmärkte dazu führt, dass Unternehmen ihre Investmentstrategien auf den Prüfstand stellen.

Hanne Borst, WTW.

„Steigende Zinsen und solide Kapitalmärkte haben die Pensionswerke der Unternehmen erneut deutlich entlastet. Viele Unternehmen stehen heute so gut da wie seit Jahren nicht“, kommentiert Hanne Borst, Leiterin Retirement Deutschland bei WTW.

Johannes Heiniz, WTW.

Das verschaffe neue strategische Optionen: „Ein Ausfinanzierungsgrad von knapp 90% verändert die Spielregeln im Pensionsmanagement“, sagt Johannes Heiniz, Leiter General Consulting Retirement bei WTW. „Viele Unternehmen haben jetzt sehr gute Voraussetzungen, ihre Pensionsrisiken systematisch zu reduzieren. Neben Treuhandlösungen, CTA-Strukturen oder Pensionsfonds sieht man auch umfassendere Auslagerungsmodelle stärker in den Fokus rücken, v.a. Pension Buyouts via Rentnergesellschaft. Apropos Outside Funding, dazu passt eine Zwischenmeldung:

Knappe Milliarde: Haspa DBO goes SV

Daniel Strohbach, SV SparkassenVersicherung Pensionsfonds AG.

Just vermeldet: Zum Jahresende 2025 hat die SV Pensionsfonds AG die Past Service-Pensionsverbindlichkeiten der Hamburger Sparkasse in Höhe von gut 900 Mio. Euro übernommen. Damit erreicht der SV Pensionsfonds nun ein Kampfgewicht von rd. 1,5 Mrd. Euro. Das Vehikel gehört zu dem Regionalversicherer SV SparkassenVersicherung, Teil der Sparkassen-Finanzgruppe, mit Sitz in Stuttgart.

Rechnungszins legt im März weiter zu

Zurück zu WTW, und der Consultant blickt auf das Kapitalmarktjahr 2025 zurück: Handelskonflikte, Liberation Day und die Geopol sorgten immer wieder für Unruhe. Dennoch entwickelte sich das Jahr insgesamt positiv. Treiber des gestiegenen Rechnungszinses waren v.a. Renditen der Langläufer: „Fiskalpolitische Erwartungen, konjunkturelle Impulse und die Reform der deutschen Schuldenbremse setzten langfristige Staatsanleihen unter Druck und ließen ihre Renditen steigen“, schreibt WTW. 2025 war also ereignisreich, doch man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass es im Vergleich zu dem, was uns dieses Jahr erwartet, wie ein still ruhender See erscheinen wird.

Die Autoren haben 2026 jedenfalls schon unter Beobachtung: Auch zu Jahresanfang bleiben Inflation und Geldpolitik zentrale Einflussfaktoren für Kapitalmärkte und Rechnungszins. In den ersten beiden Monaten blieb der internationale Rechnungszins trotz zwischenzeitlicher Schwankungen weitgehend stabil.

Gleichzeitig haben steigende Energiepreise infolge der Konflikte im Nahen Osten die Inflationserwartungen erneut erhöht. In der Eurozone verzeichnetet WTW für den einjährigen Inflation Swap für die ersten acht Handelstage des März bspw. einen außerordentlichen Anstieg um 97 BP von 1,8% Ende Februar auf aktuell 2,77% zum 11. März. Leitzinssenkungen sind nun ohnehin erstmal perdu, im Gegenteil: Aktuell werden von den Märkten für das laufende Jahr ein bis zwei Erhöhungen für den Euroraum eingepreist. In der Folge konnte der internationale Rechnungszins der Eurozone in den ersten beiden Handelswochen im März um ca. 20 BP zulegen, so die Autoren.

„Die Märkte reagieren heute eher und mit mehr Nachdruck auf Narrative und wahrgenommene politische Entwicklungen denn auf Fundamentaldaten“, sagt Nikolaus Schmidt-Narischkin, Managing Director Investments bei WTW. „Das erhöht die Schwankungen, eröffnet aber auch Chancen für Investoren, die ihre Portfolios aktiv steuern.“

Investmentstrategien in der volatilen Welt

„Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen und der Vola der Kapitalmärkte überdenken viele Pensionswerke ihre Investmentstrategien“, schreibt WTW. Umfassende Streuung der Anlagen, flexible Steuerungsmodelle und gezielte Absicherungsstrategien stünden dabei im Vordergrund, ebenso die Private Markets, die dazu beitrügen, Erträge zu diversifizieren und Renditeprofile zu stabilisieren. „Eine breite Diversifikation der Investments ist heute unerlässlich“, erklärt Schmidt-Narischkin, denn „sie ermöglicht es, Marktschwankungen abzufedern und verlässliche Renditeprofile zu sichern.“

Nikolaus Schmidt-Narischkin, WTW.

WTW sieht viele Unternehmen weiterhin auf LDI, zunehmend aber auch auf CDI setzen,mittels Anlagen mit stabilen Zahlungsströmen – etwa hochwertige Unternehmensanleihen, Infrastrukturkredite oder Immobilien mit langfristigen Mietverträgen. Das derzeit erhöhte Renditeniveau mache solche Strategien wieder besonders attraktiv, schließt WTW.

Anm. d. Red. in eigener Sache: Seit Gründung dieser Plattform im Jahre 2013 herrscht hier das eherne Prinzip vor, dass die Leserschaft täglich (abgesehen von Sondermeldungen) nur mit einer einzigen Meldung behelligt wird. Seit Anfang Juli 2025 muss hiervon etwas abgewichen werden, denn die Dichte der Nachrichtenlage macht es nötig, im Falle erhöhten Aufkommens zuweilen auch Nachmittagsmeldungen zu veröffentlichen.

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

Alle Bilder von Kassandra ab Februar 2025 sind KI-generiert.

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