Das Forum für das institutionelle deutsche Pensionswesen

Das Parkett in Bewegung (LXIV):

Von Cheffen und Chefinnen

Eine Vorstandsvorsitzende eines niedersächsischen EbAV-Verbundes wird sich neuen Aufgaben widmen, ein Asset Manager komplettiert seine Geschäftsführerriege, und ein öffentlich-rechtlicher Versicherer im Norddeutschen baut ebenfalls sein Führungsgremium um.

Erneut gibt es für LEITERbAV Anlass, Personalbewegung auf dem Pensions-Parkett zu vermelden (auch wenn diese in einigen Medien bereits zu lesen waren):

Hannover: von Stremlau zu Wunderlich

Silke Stremlau, Hannoversche Kassen.

Nach sechs Jahren bei den Hannoverschen Kassen, davon fünf im Vorstand, hat sich Silke Stremlau entschlossen, die EbAV zu verlassen. Wohin es geht, steht offenbar noch nicht fest, doch wurde mitgeteilt, dass auch ihre neue Aufgabe sicherlich mit den Themen Transformation und Nachhaltigkeit zu tun haben wird.

Die Initiative zu dem Abschied ging von Stremlau selbst aus. So erklärte Annette Bohland, Aufsichtsratsvorsitzende der EbAV, dass man die Entscheidung Stremlaus bedaure und man sich gut noch eine weitere Amtszeit hätte vorstellen können.

Jana Wunderlich, Hannoversche Kassen.

Nach einem internen Ausschreibungsprozess hat der Aufsichtsrat bereits die Nachfolge im Vorstand geklärt: Jana Desirée Wunderlich, die seit 20 Jahren in den Hannoverschen Kassen tätig ist, davon seit vielen Jahren als Leiterin der Kapitalanlage, wird zum 1.August 2023 neu in das Leitungsgremium eintreten, schwerpunktmäßig mit Verantwortung für den Bereich Kapitalanlage und Personal, und dann mit Ralf Kielmann (seit Januar 2022 im Vorstand) das neue Vorstandstandem der Hannoverschen Kassen bilden. Die BaFin hat der Berufung bereits zugestimmt.

Stremlau ist seit Mitte 2022 auch Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirats der Bundesregierung. Dieses Ehrenamt wird sie weiter bekleiden, wie sie gegenüber LEITERbAV bestätigte.

Die Hannoverschen Kassen – 2021 ESG-Preisträger der Pensions-Akademie – sind ein Verbund von sechs Einrichtungen, der arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierte bAV anbietet und sich insb. der Nachhaltigkeit und „modernen Solidarformen“ verschrieben hat. Vor mehr als 30 Jahren als Selbsthilfe-Einrichtung gegründet, sieht man sich heute mit mehr als 600 Mitgliedseinrichtungen als einen „ethisch-sozial orientierten Unternehmensverbund mit einer Vielzahl von Angeboten, Projekten und Dienstleistungen rund um die nachhaltige bAV“.

Metzler Asset Management: Schätzle Geschäftsführer

Philip Schätzle, Metzler.

Philip Schätzle ist zum 1. Januar in die Geschäftsführung der Metzler Asset Management GmbH eingetreten. Der Diplom-Kaufmann arbeitet seit 2012 bei Metzler und war seit 2019 Leiter der Abteilung Institutional Sales im Geschäftsfeld Asset Management.

Als Geschäftsführer verantwortet er nun die Abteilungen „Institutional Sales“, „Wholesale, Product Development & Strategy”, „International Markets”, „Client Account Management”, „Real Estate Advisory” und „Publikumsfonds & KVG-Service”.

Vor seiner Zeit bei Metzler war Schätzle von 2008 bis 2012 für die Credit Suisse Division Asset Management in Frankfurt am Main im Institutional Sales für die Akquie und Betreuung institutioneller Kunden zuständig. Davor arbeitete er zwei Jahre bei der Berenberg Capital Management GmbH in Hamburg in gleicher Verantwortung. Seine berufliche Laufbahn begann Schätzle 1999 bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers, wo er für die Akquise von unabhängigen Vermögensverwaltern und Family-Offices in Deutschland und der Schweiz verantwortlich war.

Die Metzler Asset Management GmbH wird von drei Geschäftsführern geleitet. Das Gremium umfasst neben Philip Schätzle außerdem Rainer Matthes und Nicole Reising. Die AuM beliefen sich per Ende 2022 auf rund 46 Mrd. Euro. Teil des Geschäftsfeldes AM bei Metzler ist auch die Metzler Pension Management.

Köln: Von Mitzlaff zu Loh

Christian Loh, KZVK. Foto Silvia Kriens.

Auch die Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands (KZVK) hat die Nachfolge in ihrem Führungsgremium geregelt: Christian Loh (49) ist mit Wirkung zum 1. Februar zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt worden. Er gehört dem Gremium bereits seit 2017 an, verantwortet dort das Ressort Operations und folgt nun auf Ulrich Mitzlaff, der nach über fünf Jahren an der Spitze die Kasse zum Jahresende 2022 Richtung SDK verlassen hatte.

Wirtschaftswissenschaftler Loh verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Altersversorgung. Er war viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen für die Bayerische Versorgungskammer tätig, die größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands, zuletzt als Leiter des zentralen Controllings und Rechnungswesens.

Die Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands mit Sitz in Köln ist seit mehr als 45 Jahren die bundesweite Partnerin für die bAV für beteiligte Arbeitgeber aus dem katholisch-kirchlichen und karitativen Bereich. Die Anstalt des öffentlichen Rechts verwaltet für ca. als 1,4 Mio. Versicherte und 209.000 Rentner, rund 5.300 beteiligte Arbeitgeber und insgesamt 13.200 Abrechnungsstellen knapp 24 Mrd. Euro.

Oldenburg: Von Müller zu Garbe

Das Haus ist zwar kein ausgewiesener Pensions-Player, doch soll das hier gleichwohl nicht fehlen: Wie die portfolio institutionell berichtet, haben die Aufsichtsräte der Oldenburgischen Landesbrandkasse und der Öffentlichen Lebensversicherungsanstalt Oldenburg Kerstin Garbe zum 1. Juli zum Vorstand für die Bereiche der Lebens- und Unfallversicherungen sowie Kapitalanlage bestellt. Zeitgleich geht Vorgängerin Angelika Müller nach nach 38 Berufsjahren und rund acht Jahren im Vorstand in den Ruhestand.

Damit wird der Vorstand ab Jahresmitte aus Jürgen Müllender (Vorsitz), Ralf Kunze und Kerstin Garbe bestehen. Ende 2021 belief sich laut pi der Kapitalanlagenbestand der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, der Oldenburgischen Landesbrandkasse und der Öffentlichen Lebensversicherungsanstalt Oldenburg (im VGH-Verbund in Hannover) auf ca. 3,4 Mrd. Euro.

Mathematikerin Garbe ist bereits über 25 Jahre dabei: Sie startete 1996 bei der Winterthur international in der bAV und ist seit 2000 bei der VGH in verschiedenen Sparten tätig. Seit Oktober 2015 ist die 54jährige als Abteilungsdirektorin für die Sparten Leben und Unfall bei der VGH verantwortlich. Zudem ist die gebürtige Hannoveranerin Vorstand bei der Provinzial Pensionskasse Hannover.

Diskriminierungsfreie Sprache auf LEITERbAV

LEITERbAV bemüht sich um diskriminierungsfreie Sprache (bspw. durch den grundsätzlichen Verzicht auf Anreden wie „Herr“ und „Frau“ auch in Interviews). Dies muss jedoch im Einklang stehen mit der pragmatischen Anforderung der Lesbarkeit als auch der Tradition der althergerbachten Sprache. Gegenwärtig zu beobachtende, oft auf Satzzeichen („Mitarbeiter:innen“) oder Partizipkonstrukionen („Mitarbeitende“) basierende Hilfskonstruktionen, die sämtlich nicht ausgereift erscheinen und dann meist auch nur teilweise durchgehalten werden („Arbeitgeber“), finden entsprechend auf LEITERbAV nicht statt. Grundsätzlich gilt, dass sich durch LEITERbAV alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen sollen und der generische Maskulin aus pragmatischen Gründen genutzt wird, aber als geschlechterübergreifend verstanden werden soll. Auch hier folgt LEITERbAV also seiner übergeordneten Maxime „Form follows Function“, unter der LEITERbAV sein Layout, aber bspw. auch seine Interpunktion oder seinen Schreibstil (insb. „Stakkato“) pflegt. Denn „Form follows Function“ heißt auf Deutsch: "hässlich, aber funktioniert".

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