Nach 15 Jahren Rückgang steigt Europas Stromnachfrage wieder, doch die bestehende Infrastruktur stößt zunehmend an ihre Grenzen. Der Stromausfall in Spanien 2025 hat die Verwundbarkeit der veralteten und unterfinanzierten europäischen Netze schlagartig offengelegt. Laut Experten muss Europa seine Infrastrukturinvestitionen im kommenden Jahrzehnt verdoppeln, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gino George erläutert.
Systemkritische Anlagen wie Stromnetze, flexible Kraftwerke und Plattformen für erneuerbare Energien gewinnen daher weiter an Bedeutung und bieten zugleich attraktive Renditechancen.

Fünf zentrale Trends für 2026 – abgeleitet aus drei Megatrends: Digitalisierung, Sicherheit und Dekarbonisierung – unterstreichen die wachsende Relevanz einer robusten Energieinfrastruktur.
1.: Europäische Stromnetze: Ein Billionen-Euro-Infrastrukturangebot
Über 40 % der europäischen Verteilnetze sind älter als 40 Jahre und wurden nie für das heutige bidirektionale und dezentrale Energiesystem entwickelt – ein System, in dem Offshore-Windparks auf der Erzeugungsseite mit Datenzentren und Elektrofahrzeugen auf der Nachfrageseite vernetzt werden.
«Die Netzinfrastruktur ist das Rückgrat der Energie.»
Experten schätzen, dass Europa bis 2035 bis zu 1.400 Mrd. Euro in Übertragungs- und Verteilnetze investieren muss – ein Anstieg um 60 bis 100 %.

Die Netzinfrastruktur ist das Rückgrat der Energie: Ohne sie gelangen weder erneuerbare Energien zu Verbrauchszentren, noch können Datenzentren oder die Versorgungssicherheit stabil bleiben. Mit Portfoliounternehmen wie Swissgrid oder Fluxys setzt EIP diese Strategie bereits um und investiert seit Beginn kontinuierlich in Übertragungsnetze.
2.: Das Erwachen der Nachfrage: Erstes Wachstum seit 15 Jahren
Erstmals seit 2010 steigt die europäische Stromnachfrage wieder strukturell an – bis 2030 wird ein jährlicher Anstieg von bis zu 2% erwartet, später sogar noch stärker.
Ein wesentlicher Treiber ist der Ausbau von Datenzentren, deren Leistungsbedarf bis 2030 von 10 auf 35 Gigawatt steigen könnte. Viele Betreiber vereinbaren 10- bis 20-jährige Stromabnahmeverträge und sichern damit eine langfristige Nachfrage nach europäischem Strom unter stabilen Bedingungen. Diese langfristigen Verträge und hybriden Erzeugungslösungen schaffen Planungssicherheit und entkoppeln Infrastrukturinvestitionen von Konjunkturzyklen. EIP-Portfoliounternehmen wie Repsol Renewables stellen solche hybriden Lösungen bereits bereit.
3.: Moleküle im Wandel: Auf dem Weg zur multimolekularen Zukunft
Nach jahrzehntelanger Abhängigkeit von russischem Gas kappt Europa seine letzten Verbindungen und baut gleichzeitig die Infrastruktur für eine multimolekulare Energiezukunft auf: LNG, Wasserstoff und CO₂-Transport.

Dieses Jahr tritt zudem das neue EU-Wasserstoff- und Gaspaket in Kraft, das den Aufbau von Wasserstoffkorridoren ermöglicht sowie die Umrüstung bestehender Gasleitungen beschleunigt. Parallel werden CO₂-Transport- und Speicherlösungen Realität.
EIP-Portfoliounternehmen wie Fluxys stehen im Zentrum dieses Wandels. Sie besitzen die Fähigkeit, die heutige Erdgasinfrastruktur sowie Wasserstoff- und CO₂-Infrastruktur zu integrieren und schaffen damit langfristigen Wert.
4.: Erneuerbare Energien: Der Aufstieg integrierter Portfolios
Solar- und Windenergie galten lange als Garant stabiler, langfristig abgesicherter Cashflows. Doch auslaufende Subventionen, zunehmende Preisvolatilität und Negativpreise verändern das Bild grundlegend. Diese neuen Komplexitäten erfordern neue Strategien.

Im Mittelpunkt dieser Strategien stehen Massnahmen zur Portfoliooptimierung. Dazu zählen bspw. die Schaffung von Flexibilität durch kontinuierlichen Handel am Markt, vertikale Integration sowie interner Marktzugang zu den Energiemärkten.
Diese Ansätze verfolgen unsere Portfoliounternehmen Alpiq und Plenitude. Sie ermöglichen es, Volatilität aktiv zu monetarisieren und höhere risikoadjustierte Renditen zu erzielen.
5.: Die industrielle Strompreislücke: Wettbewerbsfähigkeit unter Druck
Europäische Industriestrompreise liegen weiterhin deutlich über denen in den USA und China. Die Folgen sind sichtbar in Produktionsverlagerungen, Werksschliessungen und steigenden Insolvenzen.
«Für europäische Unternehmen und energieintensive Industrien ist es nun entscheidend, wo sie ihre Produktion ansiedeln.»
Nach dem jüngsten Rückgang der Gaspreise seit der Energiekrise 2022 ist es für europäische Unternehmen und energieintensive Industrien nun entscheidend, langfristig zu bewerten, wo sie ihre Produktion ansiedeln. Angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheiten, Lehren aus der Energiekrise und historischer Unterinvestitionen ist Europa bestrebt, den Teufelskreis, der mit hohen Strompreisen einhergehen kann, zu durchbrechen. Um das Nachfragewachstum zu nutzen, werden Regierungen auf attraktive Bedingungen und stabile Energiesysteme setzen.
Zuverlässige, sichere und wettbewerbsfähige Energieinfrastruktur bleibt ein zentraler Pfeiler für Europas langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Kontakt:
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Gino George
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80333 München
TEL: +49 160 990 667 86
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